Caesars Werk. Sein Tod
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ließ es dem Jupiter auf das Kapitol bringen als „dem einzigenKönige der Römer .“
Es spricht alles dafür, daß dieser Vorgang des 15. Februar44 in Verbindung mit der sogleich zu schildernden außenpoliti-schen Lage Roms gegenüber dem fernsten Osten es war, welcherden Plan des Brutus und seiner Genossen, Caesar zu ermorden,unmittelbar zur Ausführung drängte.
VII.
Das Volk der Parther , welches in der Zeit nach 250 v. Chr.alle Länder zwischen Euphrat und Indus erobert hatte, hatte imJahre 53 v. Chr. den Kriegszug des Crassus siegreich zurückge-wiesen. Das Heer des Crassus ward aufgerieben, er selbst ge-tötet. Römische Feldzeichen waren von den Parthern erbeutet.Die Ostgrenze des römischen Reiches war ungesichert, und durchdas Reich der Parther beständig gefährdet. Caesar hatte nachden letzten Kämpfen in Spanien die Absicht, die dort freige-wordenen römischen Streitkräfte gegen die Parther zu wenden.Nach seiner Rückkehr aus Spanien im September 45, und nach-dem er wieder einen glänzenden Triumph mit gleichem Auf-wand und gleicher Freigiebigkeit wie im Jahr zuvor gefeiert hatte,war er entschlossen, den Krieg gegen die Parther persönlich zuführen. Im Winter 45—44 traf er in beschleunigter Weise dieVorbereitungen für den Feldzug. Er schickte Truppen vorausund hatte auch in Rom Vorsorge getroffen, indem er nebenM. Antonius den P. Dolabella zum Konsul und andere Magistrateauf mehrere Jahre hinaus ernennen ließ.
Auf den 15. März 44 war die Senatssitzung anberaumt, anwelcher als der letzten vor der Abreise nach dem Osten Caesarteilnehmen konnte. In dieser Sitzung sollte über einen Ausspruchder Sibyllinischen Bücher verhandelt werden, -welcher besagte,daß die Parther nur von einem Könige besiegt werden könnten.Daran knüpfte sich der Gedanke, Caesar im Partherkriege zumKönige aller Provinzen auszurufen.