Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Augustus

den begeben hatte, darin kein Halten mehr war und kein Sparen.Die Beschaffung großer Geldmittel war dauernd eine gebieteri-sche Bedingung seiner Politik. Die Erfüllung dieser Politik ge-schah auf wechselnde Weise. Im ersten Jahr (43 v. Chr.) ge-schah sie durch die mit den schmählichen Proskriptionen ver-bundenen Erpressungen der Triumvirn, in den letzten Regie-rungsjahren des Augustus durch Steuern, welche das Volk nichtohne bedenkliches Murren ertrug. Dazwischen, in den Jahren29 v. Chr. bis 9 n. Chr., war es die Ausbeutung der besiegtcuVölker und der unterworfenen Länder, das heißt der neuen Pro-vinzen, wodurch der ungeheure Geldverbrauch der Staatsver-waltung gedeckt wurde. Andrerseits muß hervorgehoben wer-den, daß die großartige Verkehrspolitik des Augustus, nament-lich der Ausbau des Straßensystems und des Postwesens, dieVerbesserung der Wasser-, Straßen- und Bauverhältnisse in Rom wie in Italien den allgemeinen Wohlstand in erstaunlichem Maßeerhöhte, und daß dadurch nicht nur die sehr angespannte Steuer-kraft gehoben wurde, sondern der Kaiser auch in die Lage kam.die private Freigebigkeit hervorragender Bürger und andererKapitalisten für die Bedürfnisse des Voikes in Anspruch zunehmen.