zündlichen Waren gefüllten Läden. Ein Obsthändler vom gro-ßen Circus ist aus einer Inschrift bekannt. Ganz besonders aberdienten die Gewölbe, die den Circus (wie auch diejenigen, welchedie Theater und das Stadium) umgaben, feilen Dirnen zum Auf-enthalt, daher es in einer christlichen Schrift heißt, der Zugangzum Circus führe durch das Bordell. Unter diesen Prostituier-ten waren viele Syrierinnen und andere Orientalinnen in fremdetTracht, die beim Schall von Handpauken, Cymbeln und Castag-netten ihre unzüchtigen Tänze tanzten.
Die Schauspiele des Circus hatten, wie alle übrigen, imLaufe der Jahrhunderte an Dauer, Mannigfaltigkeit und Prachtder Ausstattung ungemein zugenommen. Die hauptsächlichstenwaren zu allen Zeiten die Wagenrennen. Daneben fanden Wett-rennen von Reitern statt, die in Nachahmung einer alten römi-schen Kampfart während des Laufs von ihrem Pferde auf einzweites sprangen. Manilius schildert, wie sie bald auf dem Rückendes einen, bald des andern saßen und standen, über sie hinflogen,oder auf einem Pferde bald mit Waffen spielten, bald währenddes vollen Laufs die Siegespreise vom Boden aufhoben.
Auch Faustkämpfer, Läufer und Ringer zeigten sich hier.Plinius berichtet von Dauerläufen, die zu seiner Zeit im Circusausgeführt worden waren.
Während der Republik veranstalteten im Circus auch jungeBürger in voller Rüstung Scheingefechte und andere militärischeSchauspiele. In der Kaiserzeit wurden dergleichen öfter vonTruppenabteilungen, sowohl Fußvolk als Reiterei ausgeführtAndere Schauspiele gab im Circus die Ritterschaft, die bei sol-chen Gelegenheiten in ihren sechs Abteilungen (Türmen), ge-führt von ebenso viel Hauptleuten, an der Spitze des ganzen „derErste der Jugend“ (gewöhnlich der Thronfolger), im reichstenFestschmuck erschien. Auch Knaben aus edlen Geschlechternzeigten sich dem Volk im Circus in dem sogenannten Trojaspiel,das Augustus mit andern abgekommenen alten Gebräuchen wiederin Aufnahme brachte, und das unter den Julischen Kaisern, dieihre Abkunft von Aeneas ableiteten, mehrmals wiederholt wurde.Die Knaben, vorzugsweise aus senatorischen Familien (auch die