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Die Umgebung der Kaiser 329
und gegenüber dem Kaiser als sehr ernsthaft, verantwortlich auf-gefaßt und würdig gehandhabt denken, getragen von Achtung,Vertrauen und Treue. Eine Ausnahme bildete Sejanus ,dessen am 18 Oktober des Jahres 31 n. Chr. durch denSenat erfolgte Verurteilung zum Tode und sofort in der schimpf-lichsten Form vorgenommene Hinrichtung den Abschluß einer imJahre 14 v. Chr. als praefectus praetorio begonnenen glänzendenTätigkeit, sowie einer später hieran angeschlossenen Kettevon Scheußlichkeiten, Treulosigkeiten und Mordtaten bildete.Die furchtbare Umwandlung des Kaisers Tiberius seit dem Todedes Sejanus hing bestimmt mit dem Zusammenbruch jenes Ver-trauensverhältnisses zusammen.
Eine durchaus andere Bewandtnis hatte es mit den Gesell-schaftern (convictores) der Kaiser. Diese waren Philosophen,Gelehrte, Dichter, Künstler, Aerzte, Astrologen, Pädagogen(Prinzenlehrer), Schauspieler, Tänzer, Pantomimen, gewerbsmä-ßige Spaßmacher (Hofnarren), welche die Kaiser vorübergehendoder dauernd an den Hof zogen. Sie nahmen regelmäßig an denMahlzeiten des Kaisers teil und wurden auf irgend eine Weise be-soldet. Horaz lehnte die Bitte des Augustus, als Gesellschafterzu ihm zu ziehen ab, worauf der Kaiser ihm erklärte: „Wenn dumeine Freundschaft übermütig verschmäht hast, so vergelte iches nicht mit gleichem Hochmut.“ Tiberius , welcher eine umfas-sende und gründliche Bildung besaß, umgab sich schon vor derThronbesteigung mit griechischen Gelehrten, welche er hoch ho-norierte. Nero bevorzugte Versmacher, Trajan Philosophen,neben denen er aber auch einen berühmten Lustigmacher, Capito-linus, gern sah. Hadrian pflegte die Gesellschaft von Gelehrten,Musikern und Malern. Marc Aurel fand in dem Umgang mitdem großen griechischen Sprachforscher Aelius Herodianus . alsseinen Gesellschafter geistigen Genuß und Erhebung.
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