342 Baugeschichtc der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian
ronischen Brandes bekannt ist. Der Brand wütete zunächst6 Tage, dann brach ein neuer Brand aus, welcher wieder 3 Tagewährte.
Der von den beiden Bränden erfaßte Stadtbereich schloß dieganze innere Stadt in sich, mit Ausnahme des inmitten des Feuer-meeres fast unberührt von den Flammen bleibenden Capitolinus.Außerhalb dieses Brandfeldes blieben in den Augusteisch-Aure-lianischen Stadtgrenzen unberührt: im Südosten die Niederungder Stadtregion Porta Capena, im Osten die Höhen und Ostab-hänge des Esquilinus, Oppius, Viminalis, Quirinalis, Pincius , alsodas Gebiet der Parks und Villen, endlich das rechte Tiberufer.Völlig zerstört wurde die innere Stadt zwischen Aventin, Tiber-ufer, Kapitol, Viminalis, Oppius, Caelius , Porta Capena, ein Ge-samtgebiet ungefähr in Kreisform, mit 1V2 Kilometer Durch-messer. Nur einzelne Gebäude in höheren Lagen, namentlich aufdem Palatin (der Apollo-Tempel und die Bauten auf der Nord-westseite) blieben erhalten.
Der erste Brand entstand an der schmalen Südostseite desCircus Maximus , wo er, vom Südwind gejagt, zuerst die Ver-kaufsbuden und Lager der öl- und sonstigen Brennmaterialien-händler sowie die hölzernen Sitzreihen des Circus ergriff, dannwestlich gegen das Forum Boarium, östlich zwischen Palatin undKapitol zum Forum Boarium und weiter zum Esquilin hin drang,wo der Brand nach 6 Tagen endlich durch Niederlegung vonHäuserreihen zum Stehen gebracht wurde. Der zweite Brandbrach am Marsfeld, in den Gebäuden der Park- und Gartenanla-gen des Pincius aus. Die von diesen Gebäuden ausgehende Brand -glut wurde von dem nunmehr herrschenden Nordostwind am Fußedes Quirinais und des Kapitols vorbei nach der Ebene des Tiber-ufers und über dieselbe hinweg bis wiederum zum Tiberufer ge-trieben, drei Tage lang durch die Flammen alles verzehrend, wasihr in den Weg kam. Erst am 9. Tage des ganzen Brandes be-ruhigten sich die Gluten.
Eine Verlustliste der Bauwerke oder etwa der öffentlichenGebäude oder der Kunstwerke ist nicht vorhanden. Nur derName einzelner der ältesten Tradition und dem Nationalkultus