Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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348 Baugeschichte der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian

prächtig gerühmt. Über sein späteres Schicksal ist nichts ge-naues bekannt.

Domitian ließ in der unmittelbaren Umgebung des Flavi -schen Amphitheaters zahlreiche Anlagen entstehen, welche mitdem furchtbaren Riesenbetrieb des Flavianum in Zusammen-hang standen. Vier Übungshallen für Gladiatoren und Tier-kämpfer nebst Rüstkammern, Hospitälern, Leichenhof, Speise-haus, tolerierten Lusthäusern, Odeon für musikalische Wett-kämpfe und eine Naumachie (Circus für Wasserkämpfe).

Auf dem Forum Romanum ließ Domitian sein Reiterstand-bild aufstellen, das ihn als Besieger Germaniens feierte, denRheinstrom unter den vorderen Hufen seines Rosses, die Rechtefriedegebietend ausgestreckt, in der Linken eine gewaffnetePallas.

Auf dem Palatin endlich errichete Domitian die Palastbau-ten, welchen er seinen größten Bauruhm dankt. Dieselben er-streckten sich über die ganze eigentliche Höhe des Palatin vonOst nach West. Sie bilden einen Komplex von Gebäuden mitGärten, Gewächshäusern (Adonisgärten), Nymphaeen, Tei-chen. DieserFlavische Palast (Palazzo dei Flavi) stellt denTyp römischer Kaiserpracht im Höchstgrade dar, von denschmeichlerischen Dichtern und Rednern des Flavischen Hofesals das Höchste gepriesen, was die Welt besitze.

Nicht unbemerkt darf bleiben, daß Domitian , ebenso wieNero, die strengste Baupolizei übte, im Interesse der Verkehrs-bequemlichkeit, der Schönheit und der Ordnung der Stadt.

IV.

Die sämtlichen Herrscher des Zeitraumes 96123 mitAusnahme des letzten (Commodus 180192 n. Chr.) warenglänzende Förderer nicht nur des Reiches, sondern auch derStadt. Speziell das Bauwesen der Stadt wurde von den drei er-sten dieser Kaiser (Mucius Coccejus Nerva, 9698, MarcusUlpius Trajanus, 98117, Publius Aelius Hadrianus , 117138)gewaltig gefördert.