Baugeschichte der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian 349
Nerva vollendete den von Domitian begonnenen Tempel derMinerva auf dem „Forum Transitorium “, welches offiziell denNamen Forum Nervae trug. — Von sonstigen Anlagen des Nervaist am berühmtesten die Meta Sudans („Schaum-Kugel“) bei demAmphiteatrum Flavianum, ein Springbrunnen in Kegelform mit.Abstufungen ringsum, über welche die als Fontäne emporge-schleuderte Wassersäule in zahlreichen Kaskaden herabrauschte,zuletzt in einem weiten Wasserkreis sich beruhigend. DieseFontäne ist von unzähligen im alten Rom verteilten Fontänen dieeinzige, welche heute noch kenntlich geblieben ist.
Trajans glänzendstes Bauwerk ist das in den Jahren 107—113 unter Leitung des Griechen Apollodorus aus Damaskus ge-schaffene Forum Trajani. Die fast quadratische Grundflächedieses Forums hatte 200 m Breite und 220 m Länge. Um dieseFläche zu gewinnen, wurde der Flügelrücken, welcher vom Ka-pitol zum Quirinal hinüberführte und seit den ältesten Zeitenerhebliche Bedeutung in der Topografie Roms hatte, abgetragen.Der Erdrücken bestand auf Tuffstein. Der Kubikinhalt des ab-getragenen Massivs soll über eine Million Kubikmeter betra-gen und seine Beseitigung muß unerhörte Kosten verschlungenhaben. Das durch die Abtragung gewonnene Feld wurde durchdie Bauten des neuen Forums derart bedeckt, daß dadurch diebisherige Passage vom Kapitol zum Ouirinal verbaut war.
Der Komplex des ganzen Forums umfaßte drei Hauptteile,welche (von Südosten nach Nordwesten auf der durchgehendenMittelachse durchschnitten) in nachstehender Folge hinterein-ander lagen:
1. das eigentliche Forum, die „Area“ (auch Atrium Forigenannt) ein mit korinthischen Säulenreihen vierseitig umschlos-sener Platz, mit dem Zugang auf der Südostseite durch den Tri-umphbogen des Trajanus. In der Mitte der Area stand daskolossale Reiterstandbild Trajans . Dieses wie der Triumphbo-gen waren dem Kaiser vom Senat nach der Unterwerfung derdazischen Ländergebiete (Rumänien und Siebenbürgen ), in denschweren Kriegen 101—107, gewidmet. An die beiden Schmal-seiten des Rechtecks schloß sich je eine riesige Halbkreisnische