350 Baugeschichte der Stadt von 14 n. Chr. bis Diokletian
(Exedra ), welche eine jede von einer aus mehrstöckigen Häuserngebildeten Halbkreisfront umschlossen war. In der rechtenExedra befanden sich Laden- und Amtsräume, aus denen man indem oberen Geschoß unmittelbar auf den quirinalischen Hügelgelangte.
2. Die fünfschiffige Basilica Ulpia, vierseitig von korinthi-schen Säulenreihen umgeben, von gewaltiger Höhe, mit einerDecke von 15,24 m Spannung. An den beiden Schmalseitenschloß sich, entsprechend den Exedren der Area, je eine halb-kreisförmige Apsis, für die Gerichtssitzungen bestimmt (Tribu-nalia), gegen das Rechteck der Basilika durch Vorhänge ab-getrennt.
3. Der Platz der Trajanssäule , welche 29,72 m hoch, in19 Zylindern griechischen Marmors aufgeführt und in römisch-dorischer Ordnung gestaltet war. Sie stand auf einer 40 m imQuadrat messenden Freifläche auf einem 5,5 m hohen Unterbau,unter welchem die der Asche des Kaisers bestimmte Grabstättelag. Auf der Höhe der Säule stand die 6,10 m hohe vergoldeteBronzestatue des Kaisers. Um die Säule herum zieht sich in23 Windungen ein Spiralband mit Reliefdarstellungen aus Tro-jans Kriegen gegen die Dazier. Die Säule wurde dem Kaiser113 n. Chr. vom Senat gewidmet.
Auf jeder Seite dieses mittleren Hofes, welcher der Säuleals bescheidene Grundlage diente, lag eine Bibliothek mit latei-nischen und griechischen Schriften (die berühmte „Ulpische Bi-bliothek“).
Das Trajan-Forum ist das bei weitem größte, in der bauli-chen Konzeption bedeutendste, in der technischen und künstle-rischen Durchführung glänzendste der römischen Fora. Erheb-licher aber noch ist das Übergewicht seiner inneren weltgeschicht-lichen Bedeutung. Sein Hinzutreten in die Reihe der Gebäude,welche vom Kapitol zum Palatin und über das alte Forum unddie Velia hinüber zum Esquilin und Quirinal führte, gab diesemKomplex von Gebäuden und Plätzen, welche den körperlichenBestand des eigentlichen Rom darstellten, einen großartigen Ab-schluß, nicht nur in dem äußerlichen Sinn, daß er die bauliche