Stadtbild und Stadtleben
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mäne der alten plebs, wie wir wissen, eigenartig bebaut undeigenartig belebt war. Ganz außer Betracht bleiben auch diegroßen Parkgebiete, von welchen Rom damals fast völlig um-schlossen war, auf dem rechten Tiberufer die sehr ausgedehntenund prachtvollen Gärten Caesars (darin die wundervollen Anlagender heutigen Villa Doria-Pamphilij), welche der Diktator demrömischen Volk vermacht hatte, auf der West- und Südseite desVatikanischen Gebietes besonders die Gartenanlagen des Nero(die Neronianischen Gefilde). östlich davon auf dem linkenTiberufer lassen wir den Mons Pincius (collis hortorum) bei-seite, die horti Lucullani und Sallustiani und weiterhin bis zumEsquilinus hinüber diejenigen des Maecenas und vieler andererGroßen, dazwischen „das große Terrassenwerk, welches von Tri-nitä dei Monti herab sich nach der Ebene des Marsfeldes, nahe derSpanischen Treppe, aber höher und großartiger als diese, streckte(Ch. Huelsen in Jordans Topographie der Stadt Rom , Bd. II,S. 448).
Um dem Leser unseren Weg im Maßstab des heutigen Rom anschaulich zu machen, seien die alten Straßen, sodann die Stra-ßen der heutigen Stadt, welche ungefähr den alten Straßenentsprechen, zusammengestellt.
L T nscr Weg verläuft wie folgt:
I. Porta Esquilina — Subura . — Maria Mag-giore, Via Panisperma) .
II. Subura — Vicus Patricius — Porta V i -minalis — Castra Praetor ia — Porta Nomen-tana — Porta Collina. — (Via dei Serpenti, Via Nazio-nale, Piazza delle Terme, Piazza dei Cinquecento, Piazza dell’Indipendenza, Via S. Martino, Viale Castro Pretorio, Porta Pia,Via XX Settembre).*)
*) Im Jahre 211 lief der Vicus Patricius in gerader Linie durch bis nahean die Porta Nomentana, noch nicht unterbrochen durch die DiokletianischenThermen. Diese alte Linie läßt sich in den modernen Straßen nicht verfolgen,weil die Diokletianischen Thermen heute als Nationalmuseum tortbestehen.Daher sind im Text diejenigen Straßen und Plätze genannt, welche möglichstnahe der alten Linie östlich vom Nationalmuseum liegen.
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