Teil eines Werkes 
1 (1931) Von der ältesten Zeit bis auf Kaiser Konstantin
Entstehung
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Stadtbild und Stadtleben

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nähernd parallelem Verhältnis zu begleiten und sodann den Stra-ßenzug Via Semita Via Nomentana überquerend sich drübenzumagger zu verbreitern, seit Augustus öffentlichen Anlagendienend. j , :

Das erwähnte Parallelverhältnis der Servianischen Linieund der Alta Semita besteht für die bei weitem größte Streckeder Semita und charakterisiert diese.

Die wahrscheinlich in der Sullanischen Zeit vor sich gegan-gene bauliche Mißhandlung der Stadtmauern, einerseits durchNiederlegung, andererseits durch Nebenbauten, Anbauten, Über-bauten mußte bestimmend für das bauliche Schicksal auch desparallel laufenden .Straßenzuges werden. Für die zwischen Mauerund Straße liegende Bodenzone fällt wesentlich ins Gewicht, daßdie Mauer auf dieser Strecke die Krönung bildete für den steilnach außen abfallenden Hügelrand, welcher nach fast allen Sei-ten des Horizontes der Stadt hin die schönsten Ausblicke ge-währt.*)

Am Fuße dieses Hügelrandes breitet sich in der vonder Aqua Sallustiana bewässerten Talmulde Gartenanlage anGartenanlage aus, am jenseitigen Abhange des Tales übergehendin die Gärten des Lucullus und des Sallustus.

Es ist nicht zu verwundern, daß die Bebauung und das Stra-ßenleben der Alta Semita das Gepräge eines Stadtteils trägt, dersich zum Villen- und Palastviertel entwickelt. Man sagte unsauch daß die Grundstücks- und Baupreise in der Alta Semita un-erhört gestiegen seien. Schon die gesundheitlich ungemein gün-stige Lage des Quirinalischen Hügelrückens prädestiniert dieseGegend als Villenviertel.

Eine auf der Straße allgemeine Aufmerksamkeit erregendeErscheinung, welche wir erlebten, war das Vorbeitraben einessilberbeschlagenen Wagengespanns, der einen offenbar sehr ho-

*) Hier liegen heute nebeneinander: Villa Medici, Villa Malta , VillaLudovisi .