Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Der von 270 bis 215 als König von Syrakus herrschendeHieran II schloß 264 ein Bündnis mit den Römern. Durch den214 bis 210 von den Römern geführten Krieg, welcher 212 v. Chr.zur Belagerung, Einnahme, Plünderung von Syrakus führte,wurde Syrakus zinspflichtige römische Provinzialstadt.

VII.

An den vorstehend geschilderten Tatbestand des großengriechischen Kolonialreiches im Mittelmeer , knüpft sich nun dieFrage, ob nicht von ihm aus, und in welchem Maße, von welchemZeitpunkt an und in welcher Weise griechische Kultur nach Rom geflossen ist.

Man vergegenwärtige sich das geografische Bild dieserKolonien, das heißt die koloniale Etappenreihe, welche von denhellenischen Küstenstädten und Inseln Kleinasiens über dasÄgäische Meer nach Griechenland und Kreta , von dort nach demTarentinischen Meerbusen, und nach der italischen Westküstebis nördlich des Vesuvs führte. Man fasse dabei folgende Na-men griechischer Kolonien und deren Gründungsjahr ins Auge.

Cumae gegründet 1050 v. Chr., nahe dem Vesuv am Meere,Naxos 736, Syrakus 734, Katane (Catania) 729, Zankle (Mes-sina) 729, Sybaris 721, Tarent 708, Himera (östlich Palermo )648, Poseidonia (Paestum ) um 600, Akragas (Agrigentum, Gir-genti) 582, Lipara (Insel nördlich von Sizilien ) 579, Elea (Velia,Hyele) 540, Neapolis etwa 540, Pyxus (Busentum, Überfahrts-ort nach Sizilien ) 463.

Nimmt man die Höhen Cyperns (Carpasia, Salamis, Curium,Marium, Soli), die nordafrikanischen (Barca 554, Cyreneum 550) und die spanischen Griechenkolonien (Saguntum, Ma-laca), sowie an der gallischen Küste Massilia (Marseille), welchesum 600 v. Chr. von den Phokäern gegründet wurde, hinzu, so er-gibt sich, daß in der Zeit von 1050 v. Chr., oder wenn man von Cu-mae absieht, von 736 bis 524, also fast genau während der ganzenrömischen Königszeit, sich ein Vormarsch und Aufmarsch dergriechischen Kolonien über und um das Mittelmeer vollzogen hat,