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mit den kampanischen Griechen bedeutete, wird durch die Nach-richt illustriert, daß Tarquinius Superbus bei dem TyrannenAristodemos in Cumae gestorben ist..
Die republikanische Reaktion gegen das Tarquinische Re-giment war zugleich die Rückkehr zu den starren, altpatrizi-schen Traditionen nationaler Exklusivität, welche durch die nun-mehr eingetretene politische Einkreisung Roms zwangsläufig ge-geben war. Die Römer wurden durch die ringsum auf sie ein-drängenden Angriffe schließlich zu einer Eroberungspolitik ge-trieben, die ihnen an und für sich fern lag.
Damit ist auch die Deutung gegeben für die in der Epochenach 509 immer wieder einsetzenden Angriffe der Römer gegendie Seeräubernester in ihrer Nähe, namentlich gegen Antiumund Anxur (Tarracina, Terracina) auf den Felsspitzen zwischenOstia und Cumae . Der Kampf um diese Plätze bildete nur eineEpisode in dem Existenzkampf, welchen Rom mit den Äquertiund Volskern zu führen hatte. Die von den Römern in diesemKampf zeitweise errungene Herrschaft über jene Küstenfestenhatte mit Handels- und Seefahrtstendenzen nichts zu tun, vondenen die Römer noch längere Zeit entfernt blieben. Hieranwird auch nichts dadurch geändert, daß Rom im Jahre 509v. Chr. den berühmten Handels- und Schiffahrtsvertrag mitKarthago abgeschlossen hat. Dieser Vertrag ist das Gegen-stück zu dem etruskisch-karthagischen Handelsvertrag, dessenAbschlußzeit und Text wir nicht kennen. Die Tendenz die-ser Verträge ist unverkennbar darauf gerichtet, den griechischenHandel und die griechische Schiffahrt von dem westlichen Mit-telmeer (westlich des Promontorium Hermaeum) und von demTyrrhenischen Meer auszuschließen und den Verkehr in diesenMeeren den Karthagern und deren Bundesgenossen vorzubehal-ten. Rom hatte an dieser Bekämpfung kein Interesse. Voneigener Schiffahrt im Verkehr mit den griechischen Häfen warfür die Römer keine Rede.
Die Römer waren von 509 bis 340 v. Chr. unaufhörlichdurch feindliche Bedrohung, innere Erschütterungen, Naturkata-strophen, Seuchen, Hungersnöte, vor allem aber durch die un-