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und Lateinisch praktisch sich anließ, kann man typisch schon inden Vorgängen erkennen, über welche wir, anknüpfend an dieNamen Andronikos, Ennius , Polybios berichtet haben. Typischist es, daß die griechischen Schriftsteller nach ihrem Eintritt indie lateinisch-italische Welt nicht mehr griechisch schrieben, son-dern griechische Literaturwerke in lateinischen Übersetzungenoder Bearbeitungen den Römern bekannt machten. Gleichzeitiggaben sie hierdurch wie auch durch ihre Persönlichkeit den Rö-mern Anregung und Hilfe zum Studium der griechischen Sprache.
Kapitel IV.
Innere Befruchtung der römischen Kulturdurch die griechische. — Philhellenismus.
i.
ir kehren nunmehr zu der Frage zurück, ob und inwie-fern Rom, Rom die Stadt, Rom die HauptstadtItaliens, Rom die Hauptstadt der Welt, hinsichtlichder griechischen Kultur, im besonderen Sinn desWortes, Erbin von Hellas geworden ist.
Wenn dieser Frage in der vorliegenden Darstellung ein un-verhältnismäßig breiter Raum gewidmet ist, so bedarf dies derRechtfertigung, und zwar umso mehr als die Beantwortung imWesentlichen negativ lautet.
Die Rechtfertigung liegt in dem Hinweis darauf, daß derder Formel „Hellas und Rom “ zugrunde liegende, oder beigelegteSinn, Rom sei die Stadt der Antike xere’ kzoyJi'J , schief, irrefüh-rend für die Beurteilung, sowie ungerecht für die Bewertung derrömischen Kultur ist.
Es ist, seit Rom nach der Zerstörung Korintb’s(146 v. Chr.) mit griechischen Skulpturwerken überschwemmt