keit der Nationalliteratur und schließlich durch Übereinstim-mung in Geschmack, Lebensart, Sitten, Lebensidealen. Daßdiese Gemeinsamkeit alle politischen Wandlungen, selbst dieEinverleibung der griechischen Länder und Gemeinwesen in dasrömische Reich überdauert hat, kommt zum Ausdruck und istgewiß zum Teil bewirkt worden durch die „Spiele" (Olympische,Pythische, Isthmische, Nemeische), von denen die die gemein-same griechische Zeitrechnung bestimmenden Olympischen von776 v. Chr. bis 394 n. Chr. bestanden haben.
Rom hat zu diesem hellenischen Komplex des unpolitischenNationalbewußtseins sehr bestimmt Stellung genommen. In denbeiden letzten Jahrhunderten der Republik hat es, nach Besiegungdes nationalrömisch-konservativen Widerstandes, gegen den Hel-lenismus, trotz der nicht nur spröden, sondern immer wieder auchfeindseligen Haltung der griechischen Griechen, der Anziehungs-kraft des griechischen Wesens Tribut auf Tribut gezollt.
IV.
Das Kaisertum, indem es die größten Anstrengungenan die Erhaltung der griechischen Nationalität setzte, hat denrepublikanischen Philhellenismus noch weit überboten.
„Wie sehr auch die Griechen namentlich im letzten Jahr-hundert der Republik den Römern es bewiesen, daß ihre Liebes-mühe eine verlorene war, es hat dies weder an der Mühe noch ander Liebe etwas geändert.“ (Th. Mommsen , röm. GeschichteBd. V S. 231).
Nero (54 bis 68 n. Chr.) befreite die Griechen von allen Tri-buten und von dem Statthalter-Regiment.
Hadrian (117 bis 138) „schuf wie ein neues Athen so auchein neues Hellas. Unter ihm erhob sich in Athen der Tempel desneuen Zeus Panhellenios.“
Th. Mommsen gibt folgenden Überblick:
„Unter Hadrian durften die Vertreter der sämtlichen autono-men oder nicht autonomen Städte der Provinz Achaia in Athen sich als das vereinigte Griechenland , als die Panhellenen constitu-