Innere Befruchtung der römischen Kultur usw. 457
Afer (185—159), der Satirenschreiber G. Lucilius (148—102),Panaitios aus Rhodos, der in Athen Philosophie studiert, inAsien und Ägypten Gesandtschaftsdienste geleistet hatte, in Rom zahlreiche Schüler der Stoischen Schule bildete (die namhaftestenQ. Aelius Tubero, Rutilius Rufus , Vigellius) trat später andie Spitze der Stoischen Schule in Athen , wo er hochbetagt starb.Geboren war er um 180. Im Jahre 143 v. Chr. begleitete er denScipio Africanus nach Ägypten zu Ptolemaeus Physcon. Cicero hat seiner Schrift „De officiis “ teilweise ein Werk des Panaitioszugrunde gelegt.
Das Philhellenentum dieses Kreises wurde in Rom von An-fang bis zu Ende überwiegend mißbilligt und mit persönlicherLeidenschaft bekämpft. Die beiden großen Catonen, M. Por-cius Cato, zubenannt der Ältere („superior“, „priscus“oder censorianus (234 bis 149 v. Chr.) und dessen UrenkelM. Porcius Cato , zubenannt Uticensis (95 bis 46 v. Chr.) warenerbitterte Feinde aller hellenistischen Bestrebungen und der die-selben vertretenden neueren hellenisch-kosmopolitischen Nobili-tät (Mommsen). Der ältere Cato („Ceterum censeo Karthaginemesse delendam“) war der persönliche Feind des älteren Africanus,der jüngere derjenige Caesars. Daß der ältere Africanus in mo-ralischer Verbannung auf seinem Landgut zu Liternum in Cam-panien starb (183 v. Chr.), der jüngere Africanus in Rom wäh-rend der Gracchenkämpfe (129 v. Chr.) ermordet wurde, stehtebenso wie das Schicksal Caesars nicht außer Beziehung zu demGegensatz der konservativen Optimaten zu den hellenistisch-kosmopolitischen Tendenzen dieser Männer.
III.
Es wurde bereits hervorgehoben, daß für das Wesen desHellenentums („Hellas“ im Sinn der Gesamtheit der Tlellenenials Kennzeichen und als Wertmoment das gemeinschaftlicheNationalbewußtsein bestimmend ist. Dieses wurde getragendurch die Gemeinsamkeit der Muttersprache, durch die einheit-liche Überlieferung von Sage und Geschichte, die Gemeinsam-
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