diese Rekruten physisch untauglich erschienen, sei es weil diesesElement im Heere bedenklich erschien.“
V.
Aber auch diese Epoche weist in dem Leben des griechischenVolkes noch Züge auf, die seinem alten Kulturrang entsprechen.
Die Fechter spiele, die von Italien aus sich überall hin, na-mentlich auch nach Kleinasien und Syrien verbreiteten, haben amspätesten von allen Landschaften in Griechenland Eingang ge-funden; längere Zeit beschränkten sie sich auf das halb italischeKorinth .
„Als die Athener , um hinter diesen nicht zurückzustehen, sieauch bei sich einführten, ohne auf die Stimme eines ihrer Bestenzu hören, der sie fragte, ob sie nicht zuvor dem Gotte des Er-barmens einen Altar setzen möchten, da wandten manche derEdelsten unwillig sich weg von der sich selber entehrenden Vaterstadt.“ (Th. Mommsen ).
Ferner war die innerliche Selbständigkeit, das wohlberech-tigte Selbstgefühl der immer noch an der Spitze der Civilisationstehenden Nation bei aller Schmiegsamkeit der Untertanen undaller Demut des Parasitentums den Hellenen auch dieser Zeit nichtabhanden gekommen, während die Römer die Götter von den altenHellenen und die Verwaltungsform von den Alexandrinern ent-lehnten und sich der griechischen Sprache zu bemächtigen, dieeigene in Maß und Stil zu hellenisieren suchten.
Über die Sprachenfrage urteilt Th. Mommsen : Insofern dieKenntnis des Lateinischen für die höhere wie die niedere Ämter-laufbahn bedingend war, haben die Griechen, die diese betraten,sich dieselbe angeeignet; denn wenn es auch praktisch nur demKaiser Claudius einfiel, den Griechen, die kein Lateinisch ver-standen, das römische Bürgerrecht zu entziehen, so war aller-dings die wirkliche Ausübung der mit diesem verknüpften Rechteund Pflichten nur dem möglich, der der Reichssprache mächtigwar. Aber von dem öffentlichen Leben abgesehen, ist nie inGriechenland so lateinisch gelernt worden wie in Rom griechisch.