Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das Christentum in Rom

Justinus schrieb in seiner Hauptschrift, die Imperatoren an-redend:Wir könnten viele von den Eurigen nennen die ihrerGewalttätigkeit und Willkür entsagt haben, seit sie die Geduldund Seelenstärke der Christen kennen gelernt. Es gibt keinenWinkel der Erde, selbst nicht inmitten der Barbaren, wo mannicht im Namen des Gekreuzigten betet. Der Präfekt vonRom O. Lollius Urbicus hatte Bürger verurteilt, weil sie Christenwaren. Redner und Philosophen, u. a. ein Cyniker namens Cres -cens hatten das Volk gegen die Christen aufgeregt. Justinuserhob seine Stimme dagegen folgendermaßen:Was sich in Rom vor Urbicus ereignet, was in allen Provinzen vor den Magistratenvor fällt, diese ungerechten Handlungen nötigen mich zu euch zureden, ihr Römer, die ihr meinesgleichen und meine Brüder seid,obgleich ihr im Glanz eurer Würden es nicht wissen oder nichtwollen möget. Wer jetzt eines Vergehens angeklagt wird durcheinen Nachbar, Vater, Sohn, Bruder, Freund, Mann oder Frau,wälzt die Schuld auf die Christen und will unsern Tod. Er fin-det Beistand bei den schlimmen Geistern die unsere Feinde sind,er findet Richter, die solcher Geister Sklaven und Anbeter sind.Ich habe mehrmals mit Bosheit und Unwissenheit gestiitten:ich bin bereit nochmals vor euch zu streiten. Aber man rufe unsnicht zu: Sterbet Alle, gehet zu eurem Gott, gebet euch denTod, nach dem ihr euch sehnet, macht nur daß wir nichts mehr miteuch zu schaffen haben. Wir werden uns nicht den Tod geben, abervor den Richter geführt, werden wir offen unsern Glauben beken-nen. Stürzten wir uns in den Tod, so würden wir Gottes Beschlüs-sen zuwiderhandeln. Aber vor dem Richter werden wir den Glau-ben nicht verleugnen, denn wir haben uns dessen nicht zu schä-men und wir halten diese Lüge für sündhaft, die Wahrheit fürgottgefällig. Diese Schrift ist für die Öffentlichkeit bestimmt.Alle sollen wissen, was sie von uns zu denken haben.Alle sollen umgewandelt werden. In den Augen der Verständigensteht unsere Lehre, weit entfernt tadelhaft zu sein, über allerPhilosophie, umsoviel mehr steht sie über den modernen Sektenund den Epikuräern, welche ihre Schriften öffentlich vorlesen las-lassen dürfen. Jetzt schweigen wir, denn wir haben das unsere