Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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bis zum Jahr 250

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getan, und wir bitten Gott , alle Länder und alle Menschen zurKenntnis der Wahrheit zu rufen. Möget ihr, in Übereinstim-mung mit Frömmigkeit und Philosophie, mit Billigkeit eine Sachebeurteilen die im Grunde eure Sache ist.

Eine ähnliche, an Marc Aurel gerichtete Apologie schriebMelito, Bischof von Sardes .Was nie geschehen geschieht.Kraft neuer Edicte werden die Gläubigen in Asien verfolgt.Trifft uns diese Verfolgung auf deinen Befehl, so ist alles gut.Man kann in deinem Namen ungerecht sein, nicht aber auf dei-nen Befehl, denn du liebst die Gerechtigkeit. Wir empfangendann den Tod mit Freuden als Lohn und bitten dich nur um eines,die Angeklagten selber zu richten und zu entscheiden ob sie denTod verdienen und würdig sind, dem Leben und der Sicherheitwieder gegeben zu werden. Ist hingegen ein so auffallender undunerhörter Befehl, der selbst gegen Feinde und Barbaren unge-recht wäre, nicht von deiner Autorität ausgegangen, so bittenwir umsomehr um deinen Schutz wider solches Treiben. UnserGlaube ist unter Augustus geboren, groß geworden mit dem Reichund seinem Ruhm. Nero und Domitian allein, schlimmem Ratefolgend, haben ihn verfolgt. Daher der Haß der sich einer blin-den Menge bemächtigt hat. Aber deine frommen Vorgänger ha-ben den Fehler dieser Fürsten wieder gutgemacht. Mehr denneinmal haben ihre Edicte solche gehemmt die gegen uns üblessannen. Um so größer ist unser Vertrauen zu dir, der du wie sieüber diese Dinge denkst und sie an Menschlichkeit und Philoso-phie übertriffst, daß du erfüllen werdest um was wir zu dirbitten.

Daß die philosophische und politische Ruhe der Gesinnungund der Haltung nicht der allgemeine Typus der römischen Chri-sten war, lassen die Schriften des einstmals als heidnischerRhetor in Rom tätig gewesenen Afrikaners, späteren christ-lichen Apologeten Q. Septimius Florens Tertuliianus (145 bis220) erkennen:Unsere Zahl mehr sich in dem Maße wie ihruns fürchtet: das Blut der Christen ist Samen. Rissen wir, diewir in so großer Menge sind, uns los von euch, so würde der Ver-