Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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bis zum Jahr 250

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in Antiochia , Ignatius, vorgeführt, angeklagt der ÜbertretungKaiserlicher Befehle. Ignatius verteidigte sich nur, indem er denGötterdienst als Dämonendienst verwarf, während er den Gekreu-zigten, welchen er, den seine Gemeinde Theophoros nannte, insich trug, freudig bekannte. Der Kaiser welcher, wie der Be-richt über Ignatius Märtyrertum sagt, durch die Verfolgung derChristen dem Gemeinwesen zu nutzen und sich die Gunst derGötter in dem beabsichtigten Kriege gegen die Parther sichernzu können glaubte, verurteilte den Bekenner, den er nicht durchseine Vorstellungen zu besiegen vermochte, zum Tode. Nicht inAntiochien , wo die Seinigen ihn wegen seines Leids nur mehrvereinen würden, sondern in Rom wo sein Andenken nicht Fußfassen könne, sollte er diesen Tod erleiden, dessen Qual durchdie lange Reise geschärft werden würde. In Ketten ward erweggeführt und in Seleucia eingeschifft. In Smyrna und Troas aufgehalten empfing er überall Botschaften der kleinasiatischenKirchen, sah die Gläubigen mit ihren Hirten sich um ihn ver-sammeln, richtete Sendschreiben an dieselben, schrieb an die rö-mische Kirche seine bevorstehende Ankunft zu melden wenn erdurch die Gnade würdig gemacht sei, sein Ziel ohne Hindernis zuerreichen. Durch Makedonien und Epirus gelangte er nachDyrrhachium, von wo er das adriatische und das tyrrhenischeMeer durchfuhr um endlich in Claudius Tiberhafen ans Land zusteigen. ln Rom dem Stadtpräfecten übergeben, ward er vondiesem dem Befehle gemäß dem Tode im Amphitheater geweiht.

Es war einer der letzten Tage der Volksbelustigungen, wozudas grausige Schauspiel bestimmt war. Die ganze Stadt, so be-richten die Acta, saß im Theater, Blick und Sinn auf diesesSchauspiel gerichtet, da der Ruf schon verkündet hatte, ein Bi-schof Syriens werde mit den Tieren kämpfen. Unverzagt standder Greis da, und pries sich glücklich diese scheinbare Schmachlür Christus zu dulden. Ihr Männer, sprach er, Römer und Zu-schauer dieses Kampfes, solches geschieht nicht an mir wegenirgendeiner Missetat noch zur Strafe schlechter Handlungen, son-dern um Gott zu erlangen nach welchem meine nicht zu stillende

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