Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
476
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Sehnsucht gerichtet ist. Denn ich bin sein Weizen und werdedurch der wilden Tiere Zahl gemahlen um reines Brot zu werden.

Als er dies gesagt, wurden die Löwen auf ihn losgelassen,welche ihn alsbald zerrissen, so daß nichts von ihm übrig blieb alsdie härteren Knochen. Diese Gebeine wurden von den römischenGläubigen an welche Ignatius einst geschrieben, nach beendigtemSchauspiel gesammelt und erst an sicherem Orte außerhalb derStadt verwahrt, dann nach Antiochien gebracht, auf dem Wegedahin manche Städte berührend, die der Heilige auf seinem To-desgange besucht hatte und welche somit zwiefache Wohltat imLeben wie im Tode von ihm empfingen.

VI.

Über die Anfänge und die erste Entwicklung der später un-ter den römischen Bischöfen (Fabianus 236250, Corne-lius 250252) lebenden römischen Christengemeinde sind dieNachrichten dürftig und zweifelhaft. Es fehlen für den älte-sten Zeitabschnitt sichere Nachrichten über die Organisation undden Bestand der Gemeinde, über den Bischof, die Gemeindelei-tung, die Gemeindevertretung, ebenso über die Stätten gemein-schaftlicher Religionsübung der Gemeinde (Coemeterien, Titel-kirchen, Basiliken).

Die Anschauungen der Historiker in diesen Dingen sind ver-schieden.

Die gegenwätige Darstellung muß sich auf den Standpunktder Berichterstattung über das Tatsächliche stellen. Zum Tat-sächlichen gehört im gegebenen Fall unausweichlich der als Rea-lität bestehende Geschichtsglaube, und zwar in erster Linie dieGeschichtsansicht derjenigen Religionsgemeinschaft, welche dieNachfolgschaft der ältesten römischen Christengemeinde für sichin Anspruch nimmt.

Wir entsprechen unserer Aufgabe der Berichterstattung da-durch, daß wir zwei Darstellungen nebeneinander stel-len, nämlich diejenige des Historikers W. Wattenbach (Geschichte