in der Hauptstadt der römischen Welt eine Lehrmeinung zurHerrschaft kam, welche nicht engherzig ausschließend war.
Frühzeitig hat sich auch hier die bischöfliche Gewalt starkentwickelt.
In der ältesten Gemeinde hatte man nur Aelteste, Presbyter,gekannt. Bald finden wir in jeder Stadt einen Bischof. Es warnaturgemäß, daß der Bischof der Hauptstadt ein hervorragendesAnsehen gewann, besonders nachdem die Zerstörung von Jeru-salem auch die dortige christliche Gemeinde betroffen und inihrem Ansehen geschwächt hatte. Die Bischöfe des mittlerenItaliens finden wir früh in Abhängigkeit vom römischen Bischof.Aber auch aus großer Entfernung berief man sich bei den häufi-gen Streitigkeiten gerne auf das Ansehen des Bischofs von Rom.Victor’s (um 200) Überhebung, als er um des Osterstreites wil-len den asiatischen Gemeinden die kirchliche Gemeinschaft auf-kündigen wollte, wurde freilich noch energisch zurückgewiesen,und seine beiden Nachfolger Zephyrinus und Callistus sind un-leugbar in Ketzerei verfallen; Callistus (217—222) war sogarnotorisch ein nichtswürdiges Subject. Bald aber folgten Zeitender Verfolgung, welche die Kirche reinigten, und der Märtyrer-tod mehrerer Bischöfe von Rom hob ihr Ansehen. Papst Cor-nelius war schon 251 in der Lage, mehrere italische Bischöfe ab-setzen zu können.“
De Waal schreibt:
„Rom verdankt seine einzigartige Stellung in der katholi-schen Welt dem Umstand, daß der Bischof von Rom zugleich derTräger der obersten Lehr- und Regiergewalt der ganzen Kircheist, der Nachfolger des hl. Petrus als Oberhaupt der Apostel undder Stellvertreter Jesu Christi im Gottesreich auf Erden. Dergöttliche Heiland hat in einer ganz unzweifelhaften Weise denApostel Petrus zum Haupt der von ihm gewählten und mit derSendung zur Verbreitung seines Reiches in der Menschheit be-trauten Apostel gemacht. Diese oberste Stellung des hl. Petrustritt in den Evangelien wie in der Apostelgeschichte auf dasklarste und bestimmteste hervor. Wie nun in der Absicht Jesu