bis zum Jahr 250
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Christi die Sendung der Apostel nicht für sie allein gedacht undbestimmt war, sondern sich in der Kirche Christi in ihren Nach-folgern bis zum Ende der Zeiten betätigen sollte, so sollte eben-falls die besondere Stellung des hl. Petrus als Haupt des Apostel-kollegiums in entsprechender Weise immer fortdauern. DiesesErbe des Apostelfürsten mußte sich, der ganzen Entwicklung undAuffassung der Urkirche gemäß, dort finden und erhalten, woder hl. Petrus seinen Tod fand, nachdem er die christliche Ge-meinde geleitet, geordnet und die Aufstellung der kirchlichenVorsteher geregelt hatte. Und dies war Rom. In der Haupt-stadt des römischen Reiches hat der Apostelfürst Petrus dieletzte Zeit seines Lebens gewirkt und die dortige Christen-gemeinde geleitet und hier fand er auch in der grausamen nero-nischen Verfolgung einen glorreichen Martertod. Diese Tatsachedes Aufenthaltes und des Todes des hl. Petrus in Rom wirdheute von keinem ernsten Geschichtsforscher mehr bezweifelt.Und auf diese Tatsache stützt sich in dem häufig ausgesproche-nen Bewußtsein der römischen Kirche des Altertums die Stellungdieser stadtrömischen Gemeinde im Mittelpunkt der allgemeinenfkatholischen) Kirche und der dieser entsprechende Primat ihrerBischöfe in der Kirche. Als Inhaber des Sitzes des hl. Petrusist der Papst, der Bischof von Rom, das Haupt aller Bischöfeund aller Christengemeinden der katholischen Welt.
Diese Stellung der römischen Kirche und ihres Vorstehersim Mittelpunkt der christlichen Gemeinden und als Träger derEinheit in der ganzen Kirche tritt seit den ältesten Zeiten schonin unzweideutiger Weise hervor. Die Art und Weise, wie dierömische Gemeinde bereits um das Jahr 96 in einem von ihremdamaligen Bischof Clemens verfaßten Schreiben sich an die dochvom Apostel Paulus gestiftete Kirche von Korinth wendet, umdie dort entstandenen Streitigkeiten zu schlichten, offenbartklar das Bewußtsein einer höheren Stellung, eines verantwortli-chen Primates gegenüber den anderen Gemeinden. Nicht minderzeigt die Anrede an die römische Gemeinde im Briefe des heili-gen Bischofs und Märtyrers Ignatius von Antiochien , den er vonSmyrna aus nach Rom sandte, während er zum Martyrium dort-