Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Das Christentum in Rom

anfänglich auch für die Verwaltung der Armenpflege; in denanderen Teilen der Häuser wohnten die Priester der römischenKirche, die darum nach diesen Titelkirchen bezeichnet wurden,sowie Mitglieder des niedern Klerus, Lektoren, Exorzisten,Akolythen , die im Kirchendienst tätig waren. Zu Anfang des5. Jahrhunderts gab es in Rom 25 solcher Titelkirchen, unddiese Zahl blieb mehrere Jahrhunderte konstant. Von diesenalten Kirchen stammen etwa 18 aus dem 3. Jahrhundert; es sinddie ältesten Kirchengebäude der römischen Gemeinde.

VIII.

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, daß schon vor250 gewisse Grundlagen der späteren Organisation der Ge-meinde geschaffen waren, nämlich die sieben kirchlichen Regio-nen mit sieben Diakonen,die Grundlage der späteren Orga-nisation des päpstlichen Patriarcharium sowie des gesamtenlokalen und hierarchischen Systems der Kirchenverwaltung.

Bischof Fabian (236250) soll der Urheber der siebenRegionen gewesen sein und er soll denselben je einen Diakon,Subdiakon, Notar zugeordnet haben, die den sogenannten Re-gionarklerus bildeten.

Die Grenzen und die Namen der Regionen sind uns nichtgenau bekannt. Reumont glaubt folgenden Bestand vertretenzu können:Die erste Region war die aventinische, zu welcherauch die Paulskirche vor dem ostienischen Thor gehörte. Inder zweiten lag die Via Mamertina und die Diakonie vonS. Giorgio, so daß sie das Forum und Velabrum umfaßt habenmuß. Die dritte war nach dem Caelius benannt und erstrecktesich bis S. Lorenzo vor dem tiburtinischen Tor. Die viertescheint den Quirinal umfaßt zu haben mit dem diesen Hügel vondem Viminal scheidenden Tale, in welchem die Kirche S. Vitaleliegt. Caput Tauri wird die fünfte Region genannt, worunterman gewöhnlich den Palatin versteht. Die sechste und siebenteRegion umfaßten das Marsfeld und die Via Lata und scheinensich bei Sta Martina am Fuße des capitolinischen Hügels derzweiten angeschlossen zu haben. Die Priester derselben waren