Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Das Christentum in Rom

Nach einiger Zeit aber entstand Krieg zwischen Con-stantinus und Licinius . Letzterer wurde im Jahre 323 in denbeiden Schlachten von Adrianopel und Chalkedon besiegt undergab sich dem Constantinus . Dieser ließ ihn zu Thessalonichim Jahre 325 durch den Strang hinrichten.

Wir kehren nunmehr in das Jahr 250 zurück, zu dem Kai-ser Decius und dessen Christenverfolgung.

Kaiser Decius (C. Messius Quintus Trajanus Decius ) einPannonier von Geburt, war als römischer Senator im Jahre 245von Kaiser Philippus zum Feldherrn gegen die Gothen ernannt,sodann 249 nach Pannonien und Moesien geschickt, um eineEmpörung der Legionen zu unterdrücken.

Aber die Legionen empfingen ihn jubelnd und zwangen ihnden Purpur anzulegen.

Philippus zog nun gegen Decius zu Felde, verlor aber beiVerona Schlacht und Leben. Decius fiel im Jahre 251 im Kampfgegen die Goten.

Die Geschichtsschreibung hat von Decius einheitlichdas Bild eines Mannes überliefert, der, auf der Höhe alt-römischer Staatsgesinnung stehend, nichts für sich wollte son-dern alles für das Staatswohl, für die Wiederaufrichtung derSenatsherrschaft, die Wiederherstellung altrömischer Sitte undReligion. Diese in leidenschaftlicher Überzeugung von ihmvertretene Auffassung führte ihn dazu, das Bekenntnis zurStaatsreligion als absolute Bürgerpflicht zu fordern, und dem-zufolge den Christen zu gebieten, den Festen und Gebräuchender Staatsreligion beizuwohnen. Die Weigerlichen mußtenhingerichtet werden. Nur auf diese Weise glaubte er das Chri-stentum vernichten zu können. Durchgreifend ging er mit Edik-ten vor, welche in erster Linie gegen den Klerus gerichtet warenund vor allem die Auflösung der Gemeinden bezweckten. De-cius ist mit dieser Methode der erste eigentliche Christenver-folger gewesen.