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Eine neue Verfolgung wurde im Iahre 257 von Kaiser Va-lerianus unternommen. Der bejahrte, als glänzender Feldherrund geschickter Staatsmann bekannte Kaiser hatte mit diesemVorstoß keinen Erfolg. Derselbe scheiterte an der großen Pestund einem Einfall der Goten. Der unglückliche Kaiser gerietin die Hände der Perser und blieb deren Kriegsgefangener biszu seinem Tode, auf schmähliche Weise von den Truppen vonLand zu Land geschleppt.
III.
Nach Valerians Tode setzte eine über 40 Jahre währendeEpoche vollkommener Ruhe und Sicherheit für die Christenein. In dieser Zeit verstärkte sich die Zahl der Christen außer-ordentlich. Überall genügten die alten Versammlungsorte nichtmehr.
Die Schriftsteller differieren hinsichtlich der Zahl der Chri-sten im römischen Reich erheblich. Gibbon nimmt ein Zwölftelder Gesamtbevölkerung an, während J. Burckhardt und Chastel(Histoire de la Destruction du Paganisme dans l’empire d’Orient)für den Westen ein Fünfzehnteil, für den Osten ein Zehnteil an-nehmen.
Nach einem bald nach der Mitte des dritten Jahrhundertsgeschriebenen Brief des Bischofs Cornelius in Rom an Fabius,den Vorsteher der antiochischen Kirchengemeinde, zählte dierömische Gemeinde 46 Presbyter, 7 Diakonen, 7 Subdiakonen,42 Akotythen, 52 Exorcisten, Lektoren, Ostiarier. Die Gesamt-zahl der Christen in Rom wurde auf 50,000 geschätzt, darunter1500 Wittwen.
Über den Zustand der Kirchenverfassung äußerst sichJ. Burckhardt: „Die Verfassung der Kirche zeigt um diese Zeitbereits die Anfänge einer eigentliche Hierarchie. Zwar bliebden Gemeinden die Wahl der Geistlichen, oder wenigstens dieBestätigung, aber mehr und mehr schieden sich diese als „Kle-ros“ von den „Laien“ aus; es entstanden Rangunterschiede zwi-schen den Bischöfen je nach dem Rang ihrer Städte und mit be-sonderer Rücksicht auf die apostolische Stiftung gewisser Ge-