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mcinden. Die Synoden, welche der verschiedensten Ursachen
wegen gehalten wurden, vereinigten die Bischöfe noch insbeson-dere als höheren Stand. Unter ihnen selbst aber zeigte sichschon im dritten Jahrhundert schwere Ausartung; wir findenmanche von ihnen in weltlichen Pomp versunken, als römischeBeamte, als Kaufleute, ja als Wuchererr. Natürlich meldet sichneben der Verweltlichung auch der schroffste Gegensatz: das Zu-rücktreten aus Zeit, Staat und Gesellschaft in die Einsamkeit,das Eremitenwesen.“ *)
IV.
Eusebius von Caesarea **) schildert den tatsächlichen Zu-stand der Christen für die Zeit vor dem Jahr 295 folgender-maßen:
„Die Gunst der Imperatoren hatte in dem Verhalten derBefehlshaber der Provinzen ihren Nachhall gefunden. Alle Be-sorgnis, zum Opfern gezwungen zu werden, war verschwunden.Die Kaiser hatten ihren eigenen Hofbeamten und Dienern, derenFrauen, Kindern, Knechten in Wort und Tat freie Ausübungihrer Religion gestattet, und diese rühmten sich öffentlich diesesGlaubens, während sie sich der Zuneigung ihrer Gebieter vorallen Anderen erfreuten. Auch den Vorstehern der einzelnen
Kirchen wurden so von Privatleuten wie von den Rectoren derProvinzen 'überall Ehrenbezeugungen und Wohlwollen zuteil.Keiner kann die große Zahl Derjenigen berechnen, welche täglichzum Glauben Christi übertraten, keiner die Menge der Kir-chen in den verschiedenen Städten, den Zulauf von Gläubigen dervornehmen Stände zu denselben schildern. So kam es, daß dieälteren Bauten nicht mehr ausreichten und allerwärts geräumigeKirchen von Grund aus zu errichten begonnen wurden.“