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sollen. Die Vollendung der Thermen erfolgte erst nach der Ab-dankung Diocletians . Dabei wurde die große Ulpische Bi-bliothek von dem Tranjansforum in die Diocletianischen Ther-men überführt.
Constantinus , später der Große genannt, der Sohn des Con-stantius Chlorus und der Helena , *) die Constantius als Tochterdes Wirtes einer Weinschenke, an seine Seite erhoben hatte, be-gab sich, als der Tod seines Vaters nahte, von Nicomedia zu sei-nem Vater nach Eboracum (York) in Britannia. Nachdemam 25. Juli 306 der Vater gestorben war, bemächtigte er sichdes Thrones, womit er im Sinne seines Vaters und dessen An-hanges handelte.
Maxentius, der Sohn des abgedankten Maximian , warf sichdarauf zum Herrscher in Rom auf, gegen den lebhaften Wider-spruch seines Vaters, der ihn in Rom in einer öffentlichen Szenezur Rede stellte und ihm dort wörtlich den Purpurmantel von denSchultern zu reißen versuchte. Maxentius behauptete sich aber.Er gewann, wie J. Burckhardt („Constantin“ Abschnitt 3, VIII)erzählt, ein paar Offiziere, einen großen Lieferanten und diePraetorianer, welche ihn ohne weiteres proklamierten. GanzItalien fiel ihm sehr bald zu. Maximian gab darauf seine Toch-ter Fausta dem Constantinus zur Gattin. Die Hochzeitsrededes als Festredner angestellten gallischen Redners ist erhalten.In derselben hieß es: „Möge die Weltherrschaft Roms und dieNachkommenschaft der Imperatoren ewig und unsterblich sein.“
Bald darauf zettelte der alte Maximian Intrigen gegen Con-stantinus an, welche diesem durch die Fausta verraten wurdenund den Constantinus veranlaßten, seinen Schwiegervater zum
*) Die Heilige Helena, als welche sie in der Geschichte fortlebt, wurde,nachdem Constantius sie auf Geheiß des Maximian verstoßen hatte, von Con-stantinus w'eder an den Hof gezogen, von ihm hochverehrt. Bis sie 326fast 80 Jahre alt starb, war sie seine Begleiterin und Beraterin, was für dieGesamtbeurteilung des Constantinus, besonders auch für die Beurteilungseines Verhaltens zum Christentum von Bedeutung ist.