Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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Tode zu verurteilen. Er gestattete dem Verurteilten, seine To-desart zu wählen. Dieser ließ sich erwürgen (310).

Im Jahre 312 zog Constantin mit einem Heere von 100,000Mann (Briten, Gallier und Barbaren) über Verona gegen Rom um sich an die Stelle des Maxentius zu setzen. Dieser rückteihm mit einem gewaltigen Truppenaufgebot bis zur milvischenBrücke entgegen. Jenseits des Tibers ließ er sein Heer in langerFront aufmarschieren, um den Angriff des Constantinus zu er-warten. Constantinus rückte auf der flaminischen Straße an.Am 28. Oktober kam es zu dem entscheidenden Kampfe. Dasweitere wird (A. v. Reumont) folgendermaßen erzählt:

Acht Milien vor der Porta Flaminia lag eine Villa der frü-heren Kaiserzeit, als deren Erbauerin Augustus Gemahlin Livia gilt und deren Trümmerstätte ergiebigster Fundort merkwürdi-ger Skulpturen und Wandgemälde geworden ist. Sie führte denNamenad Gallinas , nach der Sage, welche hier ein weißesHuhn, ein Lorbeerreis im Schnabel, aus eines Adlers Fängen inden Schoß der Besitzerin falten ließ, oderad saxa rubra, vonder Farbe des Gesteins. Etwas näher der Stadt zu mündet dervon Veji daherfließende Cremerastrom in den Tiber . Die Straßewelche jvon Umbrien durch die hier ziemlich eintönige Campagnaführt, hat auf diesem Punkte die letzte Höhe erreicht, von wel-cher sie das Flußtal und Roms Hügel und ragende Bauten undfast ganz Latium überblickt, bevor sie sich in die Ebene hinab-senkt. Maeandrisch strömt zu ihrer Linken der Tiber , einenmächtigen Bogen beschreibend bevor er den Fuß der Mauernder Stadt berührt, für den Angreifenden ein drohendes Hinder-nis, indem eine einzige Brücke, die milvische, über den reißendenvon abschüssigen Ufern eingefaßten Fluß führt. Hätte Maxen-tius den Vorteil der Örtlichkeit benutzend dem Gegner denÜbergang streitig gemacht, oder selbst ihn hinter den Mauernerwartet, so würde dieser lange vielleicht sich abgemüht habenvor der festen Stadt. Aber er beschloß sich ihm jenseits desFlusses entgegenzustellen, über den er oberhalb der milvischeneine Schiffsbrücke schlug. Sein Heer, dessen Kern die Präto-rianer bildeten und welches aus italischen, sicilischen, nordafrika-

Neomario, Geschichte der Stadt Rom II.

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