Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Von Diocletian bis zum Jahr 395

wahrte Mäßigkeit. Als man ihm berichtete, seine Bildsäule seivon Steinwürfen getroffen worden, fuhr er mit der Hand übersein Gesicht und sagte lächelnd:Seltsam, ich fühle doch keineVerletzung.

Schwere Wirrnisse, Intrigen und Gewalttaten in der kaiser-lichen Familie erfüllten die römische Bevölkerung mehr und mehrmit Haß gegen den Kaiesr. A. v. Reumont resümiert:Wahr-scheinlich sind heidnische Historiker dem Tatbestände nichtferne geblieben, indem sie berichlen, Constantin sei mit demHasse der Römer beladen aus der Stadt geschieden.

Gewiß ist, daß er nie nach Rom zurückkehrte.

Um die besonderen Beziehungen Constantins zur Stadt Rom hier zu vermerken, ist zu sagen, daß die nach Constantinbenannte große und prachtvolle Basilica am forum Romanumim Jahre 312 von ihm geweiht worden ist, daß aber der Urhe-ber und Bauherr des in der Zeit von 306 bis 312 entstandenengewaltigen Werkes sein Gegner Maxentius war. Constantinus hat nur einzelne Änderungen daran bewirkt. Über die manchmalunter dem Namen der Thermen des Constantinus erwähnte Ther-menanlage, welche (nach einer in der ehemaligen Villa Conti ge-fundenen Inschrift) von Helena , der Mutter Constantins wieder-hergestellt sein soll, wissen wir nichts genaues. Helena soll 322in Rom gewesen sein. Nach kirchlicher Überlieferung ist diebedeutendste bauliche Tat der Constantinus die Gründung derBasilica Constantina Vaticana, d. h. im neronischen (Vatika-nischen) Felde, an der Stelle, wo der Apostel Petrus beigesetztwar und an welcher später die Petruskirche errichtet wurde.Über den Zeitpunkt dieser Gründung besteht keine feste Über-lieferung. Überwiegend wird das Jahr 324 angenommen. DieWeihung nahm Papst Silvester am 18. November 326 vor. Voll-endet wurde die Basilica im Jahre 349.

Endlich ist hier zu berichten, daß noch andere Bauwerke inder Literatur dem Constantinus zugeschrieben werden, von denenwir nichts oder so gut wie nichts wissen, besonders eineporti-cus Constantini, einequus Cor.stantini und ein Rundtempel,