Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Heidentum und Christentum

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Die ältesten Kirchen auf dem Aventin, S. Alessio undS. Prisca, sollen Ende des 3. oder Anfang des 4. Jahrhundertserbaut sein.

Im 4. Jahrhundert folgten die (mit Recht oder mit Unrecht?)Constantin dem Großen zugeschriebenen Basiliken S. Giovanniin Laterano, S. Pietro in Vaticano, S. Paolo fuori le Mura , S. Lo-renzo fuori le Mura, ferner Santa Croce in Gerusalemme, SantaAgnese fuori le Mura, S. Maria Maggiore. Früher schon warS. Clemente entstanden.

Die Einzelheiten der Erbauung dieser Kirchen sind mehroder weniger in Dunkel gehüllt. Ihre ursprüngliche Gestalt istdurch späteres Bauen durchweg verändert, meist durch prächtigeNeubauten ersetzt. Entstanden sind diese Kirchen meistens alsKatakomben- und Grabeskirchen, darum ihre Lage nahe denStadtgrenzen, ihre unansehnliche Form. Ihre ganze Gestaltungentsprach mehr der Zeitlage zurückhaltender heidnischer Toleranzals einem sieghaften Durchbruch des christlichen Kultus.

Es wird ausdrücklich berichtet, daß zu Ende des 4. Jahrhun-derts die christlichen Religionsstätten im Bilde der Stadt ver-schwanden gegenüber der Pracht und Menge der heidnischenT empel.

Die zu Eingang dieses Kapitels hervorgehobene Beschrän-kung unserer Darstellung auf die Vorgänge in Rom schließt dasEingehen auch auf diejenigen äußeren und inneren Bewegungenaus, welche als allgemeine Schwingungen des die ganze Kultur-welt beherrschenden Gegensatzes zwischen Polytheismus undChristentum, natürlich auch Rom nicht unberührt ließen.Aber diese Bewegungen könnten nur in dem großen Zusammen-hang von Jahrhunderten und in der Erstreckung auf den Erd-kreis der alten Welt, unter Einschluß des Orients und des afri-kanischen Mittelmeeres dargelegt werden.

Indessen wir wollen versuchen, ein Bild von der Artund Weise zu gewinnen, wie im 4. Jahrhundert in Rom dernunmehr zum heftigen Kampf gesteigerte Gegensatz zwischen