Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Vierzehntes Buch.

Rom im Zeichen der Westgoten.Die Hunnen.

Kapitel I.

Die Westgoten bis 395.

er germanische Volkstum der Goten soll in Vor-zeiten von Skandinavien her in die Gegenden derNiederweichsel gekommen sein. Von dort aus wan-delten sie später in das Flachland zwischen demKarpathengebirge und dem Schwarzen Meer. Hier gründeten sieein bald durch Zuwachs von anderen Stämmen erweitertes Goten-reich (Ostbund der Goten), welches von den Ufern der Theiß bis zum Don, von den Donaumündungen über die Höhen derKarpathen hinweg ging, und welchem die Anwohner der Ostsee-küste als zinspflichtige Bundesvölker zugehörten.

Als mächtiges, unternehmungslustiges und unruhiges, zumWandern und zum Plündern geneigtes Volk waren die Bewohnerdieses Gebietes weithin gefürchtet

II.

Wir wissen, daß um das Jahr 250 n. Chr. mächtige Goten-scharen plündernd nach Moesien und Thracien vordrangen, daßdieselben von dem Kaiser Decius (250) erfolglos bekämpft, unddaß sie dann von Kaiser Aurelianus (270275) durch die Über-weisung des Landes Dacia (Trajans berühmtes Siedlungsgbiet)abgefunden wurden. Wir wissen ferner, daß diese Goten dort