540 Rom im Zeichen der Westgoten. Die Hunnen
und seine Trajan ähnelnde Gestalt ausgezeichneten Mann alsMitkaiser und übertrug ihm die bisherige oströmische Reichs-hälfte („Praefectur“) nebst zwei weiteren Diözesen, welche bisherzu Ulyrikum gehört hatten.
Am 19. Januar 379 legte Theodosius den Purpur an.
Wie es Theodosius fertig gebracht hat, der Goten im LandeHerr zu werden, ist eine fast rätselhafte, im einzelnen sehr man-gelhaft überlieferte Geschichtsepisode. (S. Felix Dahn , Urge-schichte der germanischen und romanischen Völker, Berlin 1881,Bd. I S. 335 )-
Man wird nicht daran zweifeln können, daß ein großer Teilder Goten doch wünschte, eigene Feuerstellen zu haben. Ferneraber war außer der breiten Masse der abenteuerlustigen jungenund alten Schwertträger eine große Zahl von kultivierteren, ins-besondere auch ehrgizigen Goten vorhanden, welche heranzu-ziehen und dem römischen Kulturleben einzuverleiben der Kaiser Mittel genug besaß.
Theodosius schloß nach dem Tode des Königs Fritigern (381)mit dem von den gotischen Scharen als Führer erwählten altenRömerfeind Athanarich ein förmliches Friedensbündnis, wonachdie Westgoten gegen Sold („annona“) Wohnsitz in Moesien undDacien, erhielten und als „foederati“ die römischen Grenzen zuschützen übernahmen. Außerdem nahm Theodosius 40,000 Go-ten unmittelbar in seinen Heeresdienst.
Dem Tod des Theodosius (17. Januar 395) folgte sofort eineLockerung des von ihm hergestellten Zustandes, da das Vertrauenzu der Ordnung in dem unter seine Söhne Arcadius und Hono-rius geteilten Reich fehlte, und die Römer den Friedenspakt nichthielten, namentlich die Zahlung des Soldes an die Goten schuldigblieben.
Über die tiefe nationale Bewegung, welche darauf die Gotenergriff, sind wir im einzelnen nur dürftig unterrichtet.
Bestimmte Form und zu gleicher Zeit gewaltige Kraft emp-fing diese Bewegung durch Alarich , einen jungen (gegen 375 ge-