borenen) Angehörigen des edlen Gotengeschlechtes der „Balthi“,welchen nach L. v. Rankes Ausdruck (Weltgeschichte, Bd. IV,4. Aufl. S. 24) „die Goten zum Zeichen ihrer Selbständigkeitzum König erhoben hatten“. * **) ) Dies geschah in der letzten Zeitdes Kaisers Theodosius .
Kapitel II.
1.
is hierher ist von einer Beziehung der Gotenbewegungzu der Stadt Rom noch keine Rede gewesen. Es hatsolche Beziehungen vor dem Tode des Theodosius auch nicht gegeben. Erst die Persönlichkeit Ala-rich’s und dessen Beziehungen zu dem Vandalen Stilicho brach-ten die gotische Bewegung in ein besonderes Verhältnis zu derStadt Rom und zu dem Schicksal des weströmsichen Reiches.
Die Jugend der Söhne des Kaisers Theodosius machte derenVertretung in den Reichsgeschäften durch Andere nötig. Reichs-verweser im Westen wurde Flavius Stilicho , *) im Osten derGallier Rufinus .
Es würde die Grenzen überschreiten, welche unserer Darstel-lung gesetzt sind, wenn wir die aufgeregten und verwickelten Er-eignisse der ersten vier Jahre nach dem Tode des Theodosius hierschildern wollten.
*) Wir wissen sehr wenig von den Lebensumständen des Alarich . ImJahre 376 war er mit seinen Landsleuten über die Donau gekommen, hattesich 382 dem Theodosius unterworfen, unter ihm Kriegsdienst genommen und394 gegen Eugenius gekämpft.
**) Stilicho stammte von der Donau und ist im römischen Osten (zu Kon-stantinopel oder Tessalonich) erzogen. Seit 385 im Alter von etwa 25 Jah-ren, spielte er im römischen Heer eine Rolle. Dem Kaiser Theodosius stander sehr nahe. Im Jahre 384 ging er als Gesandter des Kaisers Theodosius nach Persien , später wurde er Anführer der kaiserlichen Haustruppen, ma-gister equitum, endlich Generalissimus.