Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom im Zeichen der Westgoten. Die Hunnen

Wir müssen es uns versagen die Erhebung des Alarich, des-sen mehrjährigen verheerenden Kriegszug nach Griechenland , denZug des Stilicho gegen ihn dorthin, die Rückkehr des Alarich über den korinthischen Golf nach Epirus zu schildern.

Wir stellen nur fest, daß das Ende dieser Kriegszüge darinbestand, daß Alarich nicht nur Frieden mit Ostrom machte, son-dern auch zum Oberfeldherrn des oströmischen Illyriens (duxIllyrici) ernannt wurde.

Die nunmehr folgende Entwicklung des Verhältnisses Ala-richs zu den beiden römischen Reichen und deren Leitern, beson-ders zu Stilicho , ist im einzelnen historisch zweifelhaft, im Er-gebnis aber zweifellos dieses, daß Stilicho im Jahre 403 einen Ver-trag schloß, wodurch Alarich zum Oberfeldherrn des weströmi-schen Illyricum ernannt wurde, ohne die gleiche Stellung für dasoströmische Illyricum aufzugeben. Zweifellos ist auch, daß Sti-licho seit dieser Zeit entschlossen war, den Alarich und seineMacht für seine, des Stilicho , Politik, zur Verfügung zu bekom-men, und daß Stilicho an dieser Haltung zu Grunde ging.

Im November 401, dies steht fest, ging Alarich über dieAlpen nach Italien um im oströmischen Auftrag die weströmischeHerrschaft zu erschüttern.

Wir wissen ferner, daß Stilicho am 29. März (Ostertag) 403dem Alarich eine blutige Schlacht bei Pollentia in Piemont lie-ferte, und daß eine zweite Schlacht bei Verona folgte. BeideTeile behaupteten, den Sieg davongetragen zu haben.

Es ist mehr als wahrscheinlich, daß Stilicho der Sieger warund daß dieser den Alarich nach Illyricum zurückentweichen ließ,in der wohlberechneten von Stilicho auch in nicht geringem Maßeerreichten Absicht, aus dem gefährlichen Gegner einen wertvol-len Bundesgenossen und Helfer zu machen.

Die Stadt Rom , welche vor der Invasion der Germanen zitterte, revidierte jetzt die aurelianische Stadtbefestigung und ver-stärkte sie erheblich.