544 Rom im Zeichen der Westgoten. Die Hunnen
Honorius fühlte sich in Rom , dessen steinerne Pracht, soheißt es, ihn langweilte, nicht heimisch. Am Ende des Jahres 404erreichte ihn die Nachricht vom Andrang neuer Barbaren-schwärme. (Radagais). Er begab sich darauf nach dem vonSümpfen und Kanälen umgebenen, sturmfreien Ravenna,wo er sich persönlich gesichert fand und in der Haupt-sache während seiner späteren Lebenszeit blieb. In Rom ist ernoch zweimal gewesen: 412 und 417. Gestorben ist er 423 inRavenna.
Kapitel III.
Alarich 408, 409, 410.
i.
larich blieb, seinem Vertrage mit Stilicho getreu, in II-lyrien, welches Stilicho mit seiner Hilfe dem byzan-tinischen Reich ganz einzuverleiben gedachte. Ala-rich sah sich hierdurch zu fünfjähriger Untätigkeit ge-zwungen. Er brannte zweifellos auf die Gelegenheit, diesen Bannzu brechen. Diese Gelegenheit schien sich im Jahre 408 zu bieten.
Stilicho wollte das von Rom abgefallene Gallien wieder un-terwerfen. Er unterhandelte mit Alarich über dessen kriegerischeHilfe. Alarich forderte für den Feldzug 4000 Pfund Silber.
Stilicho begab sich nach Rom , wo sich gerade der Kaiseraufhielt. Er erschien in der vom Kaiser auf den Palatin berufe-nen Senatssitzung, und setzte die Bewilligung der Forderung Ala-rich’s durch.
Als dies verkündet wurde, erhob sich Lampadius, der ange-sehenste Mann im Senat, und rief in höchster Empörung: „Dasist nicht Friede, das ist Erkaufung der Knechtschaft!“ (Non estita pax, sed pactio servitutis.).
Das war das Signal zum persönlichen Vernichtungskampf ge-gen Stilicho .