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bei jene 30000 in Rom in Garnison gewesenen Gotenkrieger, derenFrauen und Kinder vor zwei Jahren hingemordet waren, und fer-ner die 40,000 Sklaven, welche ihren römischen Herren im letz-ten Jahr entlaufen und zu Alarich übergegangen waren.
Kapitel IV.
i.
der Nacht zum 24. August 410 wurden die Gotendurch die Porta Salaria mittels Verrates in die Stadteingelassen.*)
Was nunmehr geschah, ist von den Schriftstellernund Chronisten, den neuen wie den alten, meist in starken bild-haften Schilderungen allgemeiner Art ohne Genauigkeit und inlegendären Beispielen ohne Zuverlässigkeit behandelt worden.
Der Historiograph kann hier nicht umhin die wichtigstenDarstellungen wörtlich anzuführen.
Gregorovius , Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter, Bd. I,1886, Seite 158, schreibt: „Die Barbaren ergossen sich durch alleViertel Roms, jagten die Schwärme der Flüchtlinge vor sich herund metzelten sie nieder. Sie stürzten sich mit bestialischer Furieauf die Stadt zur Plünderung. Indem sie in dem ersten Triebenach Gold, Paläste und Thermen, Kirchen und Tempel angriffenund durchsuchten, entleerten sie Rom mit der Hast von Räubernwie eine Schatzkammer. Der trunkene Hunne hielt sich nichtbei der Betrachtung der Kunst auf, welche alexandrinische Mei-ster für den feinsten Luxus der Frauen Roms verwandt hatten,noch verstand er den Gebrauch und Sinn so vieler unschätzbarer
*) Abweichende Nachrichten sagen: „409“ (anstatt 410), „26.“ (anstatt24.) August, „gewaltsames Eindringen der Goten durch das Tor“. — DieseNachrichten sind nicht beachtlich.
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