Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom im Zeichen der Westgoten. Die Hunnen

von Contrasten dar, welches fromme Kirchenväter nicht, mit Un-recht als einen Triumphzug der christlichen Religion verherrlichthaben.

IV.

Was die Anwendung von Feuer angeht so beklagt der schongenannte Socrates die Zerstörung von Kunstwerken durch dasFeuer der Goten. Der Kirchenhistoriker Philogorgius (37043°) sprach, laut Bericht des Photius von derVernich-tung der Stadt durch Feuer und Schwert. Der H. Hieronymusschrieb:Die erlauchte Stadt, das Haupt des römischen Reiches,hat ein einziger Brand zerstört (Urbs inclyta, et romani imperiicaput, uno exhausta est incendio). Laut einer Bemerkung vonGregorovius hat Marcellinus geschrieben:Alarius trepidam ur-bem Roman invasit, partemque ejus cremavit incendio.

Entscheidend aber ist die mehrfach belegte Nachricht,welche Gregorovius in den typisch durch die Geschichtsliteraturgehenden Sätzen wiedergibt:Es war Nacht, als die Goten durchdas salarische Tor eingelassen wurden. Kaum waren ihre erstenScharen eingedrungen, als sie Feuer auf die Häuser in der Nähedes Tores warfen. Indem sich der Brand in den dortigen engenGassen weiter wälzte, ergriff er auch die Anlagen des Sallust .

V.

Durch keine Stimme oder Niederschrift eines Augenzeugensind Mitteilungen auf die Nachwelt gekommen, welche uns sagen,welches Bild die Stadt Rom im Frühlicht des 24. August 410 ge-boten hat.

Dennoch können wir uns dieses Bild nebst dem weiterenVerlauf des 24. August aus unserer Kenntnis der allgemeinenGegebenheiten, mit einem großen Grad von Sicherheit rekon-struieren.

Die Voraussetzungen hierfür sind gegeben, wenn wir dasallgemeine Stadtbild zugrunde legen, welches wir für die Zeit vonrund 200 bis 400 n. Chr. als unverändert bestehend kennen ge-lernt haben.