Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Abwanderung der Westgoten

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nen großen Friedhof verflossener Kultur, die Grabstätte antikerGröße verwandelt worden ist.

Der vorhergehende Hinweis auf die Dauerfolgen des Stadt-brandes und der Stadtflucht greift über die Darstellung derKatastrophe von 410 hinaus. Dieser Hinweis findet aber hierPlatz, um eine perspektivische Beleuchtung vorschauend für daszu gewinnen, was unmittelbar nach der 3 tägigen Plünderung inRom geschah.

Die Plünderung wurde pünktlich vor dem Sonnenaufgangdes 27. August beendet.

Kapitel V.

Abwanderung der Westgoten. Abwendungder Hunnengefahr.

1.

ie Goten widmeten sich 3 weitere Tage lang der Vor-bereitung des über die appische Straße nach Cam-panien gehenden Abzuges.

Ein unabsehbar langer Zug von stierbespanntenWagen, auf welchen die Beute verladen war, nebst ungeheuremTroß stand auf der appischen Straße, bis er am 30. Augustlangsam in Bewegung kam, unter dem Schutz des ihn um-schließenden, teils schwer bewaffneten, teils leicht beweglichen,Fußheeres, während die Reiterei in breiterem und lockerem Ver-bände bereits gegen Kampanien sich entwickelt hatte.

Alsbald darauf setzte vor Rom eine entgegengesetzte Bewe-gung ein, von allen Seiten auf die Tore der Stadt zukommend.

Nicht wenige Römerfamilien, welche rechtzeitig aus Rom geflohen waren, und denen es gelungen war, sich irgendwo in derUmgegend zu verbergen, wanderten nach Rom , um sich nach ih-Besitztümern umzusehen und ihre bürgerliche Existenz wiederaufzunehmen oder aber sich endgültig von Rom zu trennen.