Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
583
Einzelbild herunterladen
 

Untergang des weströmischen Kaisertums

583

Truppen und mit Verstärkungen verschanzte, welche der ihm alsrömischer Befehlshaber in Gallien treu ergebene Westgote Bilimerzugeführt hatte.

Ricimer rückte vor Rom und belagerte die Stadt, indem erneben der Aniobrücke, vor dem salarischen Tor, Lager bezog.Zwei Monate lang blieben seine Angriffe erfolglos. Aber Hun-gersnot und Seuchen schwächten die Stadt zusehends.

Bilimer bot nun dem Ricimer die Schlacht an. Ricimerrückte auf dem rechten Tiberufer vor bis zu dem (damals nochnicht als Festung erwähnten) Grabmal des Hadrian. Zwischenletzterem und dem Monte Mario fand die Schlacht statt, welchemit der Niederlage und dem Tode Bilimers endigte. Ricimerbesetzte das schon damals mit Klöstern, Hospitälern, wie mit Kir-chen erfüllte Vatikanische Gebiet, und besetzte den Janiculus undTrastevere .

Anthemius befestigte den Palatin und hielt den größten Teilder Stadt noch besetzt, hinderte auch, wie es scheint, die Truppendes Ricimer, auf dem linken Tiberufer vorzudringen. Es ent-wickelte sich ein drei Wochen dauernder Stellungskampf in denStraßen der Stadt, während dessen Rom sich mit Erschlagenenfüllte. Als die Not des Kaisers immer größer wurde, gab er denVorstellungen der ihm treu gebliebenen Senatoren nach, die aufihn eindrangen, durch seine Entfernung das Blutvergießen zubeendigen.

Er floh aus der Stadt gen Ostia , wurde aber auf der Fluchtam ii. Juli 472 bei S. Chrysogonus von dem Burgunder Gunde-bald ergriffen und enthauptet.

Gleichzeitig stürzten die Söldner des Ricimer sich in dieStraßen der Stadt, diese wie Feindesland ohne jede Mäßigungverwüstend.

Alle Nachrichten stimmen damit überein, daß diese Plünde-rung größeren Ruin der Stadt herbeigeführt habe, wie diejenigender Westgoten und der Vandalen.

Bemerkenswert ist, daß das von Ricimer auf dem rechtenTiberufer besetzte Gebiet von der Plünderung frei blieb.