Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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584 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

Die in der Stadt wütende Pest war zur größten Furchtbarkeitgewachsen.

Auch Ricimer wurde von ihr ergriffen und starb in Rom am18. August 472.

Das Andenken des Ricimer ist in einer von ihm am Quirinalerbauten BasilikaS. Agata in Suburra noch über tausend Jahre(bis 1589) in einem Musiv an der Absis erhalten worden.

XI.

Vor dem Tode des Anthemius hatte Ricimer den jenem be-stimmten Nachfolger, nämlich den Senator Flavius Anicius Olv-brius, den Gemahl der Placidia, der Tochter der Eudoxia, ausConstantinopel kommen lassen.

Schon vor der Einnahme von Rom war Olvbrius, auf Ver-langen der Vandalen und mit Bewilligung des byzantinischen Kai-sers zum Kaiser ernannt und hatte sich vom Senat in dieserWürde bestätigen lassen.

Als Nachfolger des Ricimer in der Würde des Generalissimusdes Heeres ernannte Olybrius don schon erwähnten burgundi-schen Prinzen Gundebald , einen Neffen Ricimers.

Olybrius erlag in Rom der Pest am 23. Oktober 472.

Fortan war Rom der Schauplatz des allmächtigen anarchi-schen Söldner-Regiments, die Regierung der Spielball ehrgeizigerHeeresführer.

Am 5. März 473 wurde ein gewisser Glycerins, ein Ligurer,als Kaiser ausgerufen.

An dessen Stelle trat bald ein Dalmatiner, Julius Nepos, wel-cher nach Rom rückte, den vor ihm fliehenden Glycerius persön-lich verfolgte, bis er denselben in der Hafenstadt Portus ereilte.Dort verhaftete er ihn, ließ ihn durch den Bischof der Priester-weihung unterziehen und zwang ihn, sich selbst als Bischof nachSalona zurückzuziehen.