Theodorich der Große
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und suchte aus ihnen die neuen Lebenselemente zu bereiten, indenen sie selbst sich herrschend darstellen konnte, bis sie nacheinem langen und merkwürdigen Prozeß das abendländische Reichals ein germanisch-römisches Imperium wieder herzustellen im-stande war. Diese unter schrecklichen Kämpfen, in öden undlichtlos erscheinenden Jahrhunderten vollzogene Metamorphoseder Welt ist zugleich das großartigste Drama der Geschichte undder glänzendste Triumpf des in ihr sich ordnenden und entwik-kelnden Menschengeistes.“
Kapitel III.
Theodorich der Große.
i.
ie Stellung Theodorichs („Theodericus “),*) des Soh-nes des Gotenkönigs Theodemir, war dreifach be-stimmt: als König der Goten, als König von Italien,als Ersatzmann für die kaiserlichen Funktionen.
Theodorich war König der Goten gemäß der Wahl und derallgemeinen Anerkennung des gotischen Volkes.
Theodorich war König von Italien durch seine eigene, imvertragsmäßigen Einverständnis mit Kaiser Zeno (gest. 9. April491) erfolgte Erklärung.
Die kaiserlichen Funktionen empfing Theodorich durch dievon Kaiser Anastasius im Jahre 498 an ihn erfolgte Auslieferungder kaiserlichen Insignien, welche seiner Zeit Odoaker dem Kai-ser Zeno übersandt hatte.
*) Die in dem deutschen Sprachgebrauch üblich gewordene Form Theo-dorich ist konventionell, aber nicht willkürlicher als die bei Historikern be-liebtere Form „Theoderich “. — Die gotische Form ist „Thiudareisk“ d. h.Volksfürst, die neuhochdeutsche Form „Dietrich“. — Der König zeichneteseinen Namen urkundlich „THEO“ durch Ausfüllung dieser in einer Blech-schablone ausgeschnittenen Buchstaben.