Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526 568 613

Der Gegensatz zwischen Amalasuntha und den Goten nahmeinen mehr und mehr gefährlichen Charakter an, insbesonderenach dem Tode des Athalarich, welcher im Jahr 534, im vierzehn-ten Jahr seines Lebens starb.

Amalasuntha hielt es für notwendig, um die gegen sie undihre Politik gerichtete Bewegung zu ersticken, drei gotischeHauptführer, Männer edlen Geschlechtes, ermorden zu lassen.Sie war dabei so vorsichtig gewesen, für den Fall ihrer persön-lichen Gefährdung sich von Justinian eine Zufluchtsstätte sichernzu lassen. Justinian richtete ihr ein prachtvolles Haus in Epi-damnus (Dyrrhachium) ein. Sie hatte sich schon angeschickt,dorthin zu fliehen, gab dann aber diesen Entschluß auf, als die Er-mordung der drei Gotenführer ihre Lage in Ravenna zu sichernschien. Um aber entscheidender ihre Stellung im Lande zusichern, reichte sie ihrem Vetter Theodat die Hand und verliehdem Theodat den Königstitel. Dieser aber ließ seine GemahlinAmalasuntha als Hochverräterin verhaften und verbannte sie aufeine kleine Insel im Volsiner-See (See von Bolsena ). Dort wurdesie im Gefängnis durch drei als Bluträcher sie verfolgende goti-sche Große ermordet. Es war im Jahre 535.

III.

Die Geschichte Justinians können wir hier nicht schildern.Wir müssen uns auf die Grundzüge der Vorgänge beschränken,mit welchen Justinian in das Geschick der Stadt Rom eingriff,und welche darauf hinausliefen, daß Justinian durch seinen Feld-herrn Beiisar Italien erobern ließ, daß durch dessen Nachfolger,denEunuchen Narses das Gotenvolk vernichtet und Italien einige Zeit unter dem Namen desExarchates (Statthalter-schaft) verwaltet wurde, zunächst als kriegerisch occupiertesGebiet, sodann als römische Provinz.

Daß Justinian seine Hände schon vor seiner Thronbestei-gung, als Neffe des Kaisers Justinus I. , in den Fäden der italieni-schen Politik hatte, haben wir bereits berichtet.

Im Jahr 535 schickte Justinian seinen bewährten FeldherrnBeiisar, (geboren wahrscheinlich 505 in Illyrien ), nachdem der-