Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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632 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

XIII.

Schon vor dem Ende des Jahres 549 verließ Totila Rom.Fast das ganze italische Festland, Ravenna ausgenommen, warin seiner Hand. Der Contrast zwischen seinem Verfahren undder Fiscalität des byzantinischen Steuerwesens, welches um dieWette mit dem Kriege den Acker aussog, erklärt es, daß dasLandvolk ihm anhing.

Über dritthalb Jahre führte der Gotenkönig Kampf überLand und See, nach Sicilien, Sardinien, Corsica , über das joni-sche Meer und an die adriatischen Küsten.

Dann ging er noch einmal nach Rom zurück, wo er Zeit fand,wankende Gebäude wiederherzustellen.

Im Frühling 552, rückte Narses, nach langer Anstrengung,schwergerüstet, von Ravenna, das seit Vitiges UnterliegenHauptwaffenplatz der Griechen geworden war, in der Richtunggegen Rom vor, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Die flaminische Straße ihrer Länge nach zu verfolgen scheintNarses durch eine am Bergpasse des Furlo in Pietra Pertusa lie-gende gotische Besatzung gehindert worden zu sein, so daß erabbog und zwischen Sassoferrato (Sentinum) und Gubbio (Igu-vium) über das Gebirge ging.

Von Rom aufbrechend, in Tuscien durch gotische unter derFührung Tejas stehende Heerhaufen verstärkt, zog König Totiladem Feinde entgegen.

Der Ort, wo um die Mitte des Monats Juni 552 die Schlachtstattfand, welche das Schicksal Totilas beendete, wird in den Zeit-berichten Taginas genannt. An diesem Ort nahm Totila Lager.

Bald nachher kam Narses dort an, und schlug ihm gegenüber,hundert Stadien entfernt, sein Lager auf, an denGräbern derGallier (Busta Gallorum), wo einst Camillus die Gallier besiegthaben sollte. Es ist das Gefilde bei Gualdo Tadino .

Hier war es, wo Totila zum letzten Mal gesehen wurde.

Procopius zeigt uns seine Heldengestalt kurz vor demBeginn des Kampfes zwischen beiden Heeren in folgenden Sätzen: