Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526—568 633
„Mit einer von Gold strahlenden Rüstung bekleidet, Helmund Lanze mit fliegenden Roßschweifen von königlichem Purpurgeschmückt, saß er hoch auf herrlichem Streitroß, und gab bei-den Schlachtordnungen den Morgen über ein Schauspiel seinerritterlichen Kunst. Er tummelte sein Pferd, Kreise um Kreiseschlingend, auf dem Gefild, während er selbst sich bald überbog,bald hie und da mit jugendlicher Gewandtheit sich wendete, oderden Speer in die Luft schleuderte, um ihn im gestreckten Rittewieder aufzufangen.“
Die Nacht darauf war er tot.
Den ganzen Tag über währte die Schlacht: am Abend wardie gotische Reiterei geworfen, die Reihen des ungeschickt hinterihr aufgestellten Fußvolks waren durchbrochen und in Flucht auf-gelöst. Der von einem Pfeil getroffene, dann von einem Gepidenrückwärts mit der Lanze durchstochene König starb während derNacht in einem Landhause. Seine Gefährten geleiteten ihn mitNot bis zu dem Orte Capras, wo er starb.
Nicht ferne vom Schlachtfelde begruben die Gefährten denKönig. Das Grab ward den Griechen verraten, die es öffnetenaber dann dem Toten Ruhe gönnten. Sein blutiger Mantel undsein mit Edelsteinen besetztes Diadem wurden nach Constanti-nopel gesendet.
Sechstausend erschlagene Goten lagen auf der Walstatt.Als die Trümmer des Heeres sich in Oberitalien sammelten, wardin Pavia Teja zum Haupte des noch unentmutigten Volkes aus-gerufen.
XIV.
Unterdessen war, nach Erstürmung der Festungen Perugia,Spoleto, Narni, der Sieger Narses gen Rom gezogen.
Die gotische Besatzung war zu schwach, den weiten Umfangder Mauer zu schützen. Während sie einzelne Punkte verteidigte,wurden andere genommen.
Die kleine gotische Besatzung stützte sich hauptsächlich aufdas Grabmal Hadrians .
41