Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
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634 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden

Diese Burg hatte Totila zum Kern einer neuen Befestigunggemacht, indem er den umliegenden Raum mit einer kleinenMauer umschloß und diese mit der Stadtmauer vermittelst derhadrianischen Brücke verband.

Narses erkannte nicht minder die Unmöglichkeit, ganz Rom zu umschließen; er verteilte seine Heerhaufen an verschiedeneStellen, und ließ die Mauern, wo es ihn gut dünkte, stürmen,während die Goten auf den bedrohten Punkten sich sammelnd dieübrigen außer Acht zu lassen genötigt waren.

Endlich erstiegen die Griechen die Mauer an einer unbedeck-ten Stelle und sprangen in die Stadt hinab.

Sie abzuhalten war zu spät.

Die Goten flohen in das Grabmal Hadrians .

Narses ließ ihnen hier nicht lange Zeit. Sie capituliertenunter Gewähr ihres Lebens und ihrer Freiheit.

So fiel Rom in die Gewalt der Byzantiner, im Jahre 552.Zum fünften Mal während Tustinians Regierung wechselte dieStadt den Herrn.

Der Sieger sandte die Schlüssel Roms an den Kaiser nachConstantinopel, der kurz vorher das blutige Gewand und denHelm Totilas empfangen hatte.

XV,

Hier sei unsere Darstellung durch einen Blick unterbrochen,welcher nach der Seite der siegenden Partei hinweist, auf dieLage der Römer und auf die diesen aus den Niederlagen der Go-ten entstandenen schweren, ja vernichtenden Folgen.

Die fliehenden Goten, an der Behauptung Italiens verzwei-felnd, ermordeten aus Rache erbarmungslos alle Römer, aufwelche sie stießen. Ihrem Beispiele folgten die Barbaren, die un-ter der Fahne des Narses dienten. Von Liebe zu Rom getrieben,eilten viele Römer auf die Kunde, die Stadt sei befreit, in siezurück. Manche jener Senatoren, welche einst Totila nach Cam-panien exiliert hatte, waren noch dort. Auch sie eilten jetzt nachRom . Aber die Goten erfuhren nicht so bald von ihrer Flucht