Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Gotisch-byzantinisches Ringen um Italien 526 568 635

oder ihrem Vorhaben, als sie alle diejenigen, welche in den Ca-stellen Campaniens gefangen saßen, ums Leben brachten. Unterihnen nennt Procopius den Anicier Maximus.

Zu dem Untergange der römischen Patricierfamilien geselltesich in derselben Zeit noch die Ermordung von dreihundert ed-len Jünglingen Italiens . Ehe Totila dem Narses entgegen zog,hatte er aus verschiedenen Städten so viel Söhne der angesehen-sten Häuser als Geiseln auserwählt und jenseits des Po abführenlassen. Dort ließ Tejas sie jetzt alle hinrichten.

Die senatorischen Familien waren demnach ausgerottet bisauf wenige ihrer Abkommen, die nach Constantinopel oder Sici-lien hatten entrinnen können, oder die sich in Rom befanden.Solche und andere Flüchtlinge kehrten vielleicht nach dem Endedes Krieges nach der Stadt zurück, und aus den elenden Über-resten des römischen Adels fuhr ein Schattenbild noch einige Zeitfort, den Senat vorzustellen, bis auch dieses um den Anfang dessiebenten Jahrhunderts erlosch, und die einst glorreichen NamenSenator und Konsul als ein Titel von Reichen und Vornehmenüberhaupt geführt wurde.

XVI.

Narses hatte unterdeß den Goten Portus entrissen. Er ver-weilte noch in Rom , mit der Ordnung der städtischen Dinge be-schäftigt. Er schiffte einen Teil seines Heeres nach dem festenCumae in Campanien ein, wo Aligernus (Aligern), der helden-mütige Bruder des Tejas, die gotischen Schätze bewachte. Einenanderen Heerhaufen ließ er nach Etrurien marschieren, um demTeja den Weg zu verlegen. Denn dieser richtete, in seiner Hoff-nung, von den Franken Hilfe zu erhalten, getäuscht, seinenMarsch nach Campanien, um das wichtige Cumae zu retten. Aufbeschwerlichen Wegen zog er kühn am adriatischen Meer hin-unter, und erschien plötzlich in Campanien.

Auf diese Nachricht nahm Narses alle Truppen zusammenund rückte von Rom die appische oder lateinische Straße nachNeapel hinab.

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