636 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
Plötzlich erschien er am Fuße des Vesuv .
„Wo die Asche des Vulkans fast fünf Jahrhunderte früherStabiae bedeckte, am Fuße der Hügel, deren alter Name desMons Lactarius in dem des anmutig gelegenen kleinen OrtesLettere nachklingt, im Angesicht des reizendsten Golfs der Welt,fand im Frühling 553 die Vernichtungsschlacht statt, deren. Schil-derung bei den griechischen Historikern man mit Recht homeri-schen Schlachtgemälden an die Seite gestellt hat.“ (Reumont).
Zwei Monate lang standen sich Griechen und Goten in denGefilden des unteren Vesuv gegenüber, getrennt durch den FlußDrako oder Sarnus, wo er bei Nocera ins Meer strömt. Aberdie verräterische Übergabe seiner gesammten Flotte zwang Teja ,sein Lager abzubrechen. Die Goten wichen bestürzt auf die Ab-hänge des lactarischen Berges. Dann trieb sie Hunger wiederherab, und sie beschlossen endlich, mit Heldenehren unterzu-gehen.
Procopius hat den Verlauf des weltgeschichtlichen Kampfesder Nachwelt in ausführlicher Schilderung überliefert.
Die gotischen Männer kämpften mit beispiellosem Mut. A11Zahl gering stritten sie in geschlossenen Reihen von der Morgen-dämmerung bis zur Nacht, den König, welchen eine auserwählteHeldenschar umringte, an ihrer Spitze.
Teja stand, vom Schlachtgewühl umdrängt, mit seinem brei-ten Schilde gedeckt, fing den Hagel der Pfeile und Speere auf,und stieß die Feinde grimmig nieder. So oft sein Schild vondaran haftenden Geschossen voll war, nahm er aus den Händenseines Waffenträgers einen anderen und focht rastlos weiter. Erhatte bis zur Nachmittagssonne gekämpft, als er die Last seinesvon zwölf Lanzen starrenden Schildes nicht mehr tragen konnte;da rief er mit hallender Stimme nach dem Waffenträger, nichteinen Fuß breit weichend, vom Kampfe nicht ablassend. Als ernun den Schild vertauschte, stürzte er, von einem Speer durch-bohrt, rücklings nieder.
Triumphierend trugen die Griechen das blutige Haupt aufeiner Lanze zwischen beiden Schlachtordnungen einher. Durch