Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
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Das Exarchat des Narses 553567

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Procopius unternahm es, die Zahl der durch die griechischenKriege Umgekommenen zu berechnen, aber er verzweifelte, denSand am Meer zu zählen. Für Afrika rechnete er fünf Millionenund weil Italien dreimal größer war als jene ehemals vandalischeProvinz, so meinte er, daß der Verlust hier im Verhältnis be-trächtlicher gewesen sei. Ist dies gleich Übertreibung, da dasdamalige Italien schwerlich mehr als fünf Millionen Einwohnerzählen konnte, so mußte doch dieses Land mindestens den drittenTeil davon verloren haben. Unter den furchtbaren Stürmen desGotenkrieges ging eigentlich eist die antike Gestalt des Lebenssowohl in Rom, als in ganz Italien für immer unter.

Kapitel V.

Das Exarchat des Narses 553567.

i.

arses hatte zunächst unter dem Titel eines Patriciusund unter Beibehaltung seiner Stellung als militäri-scher Oberbefehlshaber in Italien , die gesamte Ver-waltung des Landes und dessen Verteidigung.

In den Vordergrund trat in den ersten zwei Jahren dieVerteidigung.

Unter den mächtigen alamannischen Herzogen Leuthar undBucelin kam ein Heer von mehr als 70 000 Alamannen und Fran-ken über die Alpen, um, wie sie sich rühmten, Italien und Si-cilien dem Narses zu entreißen.

Narses vernahm dies, als er noch Aligern, den Bruder desTeja bei Cumae belagerte, welcher dort die Schatzburg der goti-schen Könige verteidigte. Narses verließ sofort Cumae , eilte genOberitalien , und betrieb von Ravenna aus die Vorbereitung desKrieges gegen die Alamannen.

Für den Winter 553/554 bezog er Winterquartier in Rom ,in einer Weise, welche bestimmt war, die Feinde von der StadtRom fern zu halten, was auch gelang.