640 Vom Tode des Honorius bis zu den Langobarden
Die beiden feindlichen Herzoge teilten sich in zwei Züge,welche, Rom vermeidend, von Samnium aus längs der beidenMeeresküsten nach dem Süden zogen, und Italien bis zur sici-lischen Meerenge furchtbar brandschatzten.
„Diese gierigen Raubschwärme durchwanderten das südlicheItalien mit der Schnelligkeit und der Vernichtungswut entfessel-ter Elemente/'
Leuthar war gegen Ende des Sommers 554 mit seinen beute-beladenen Scharen bereits nach dem Po zurückgekehrt, als diePest ihn und seine Horden verschlang. Bucelin dagegen, beiReggio umgekehrt, hatte das Gebiet Capuas erreicht. Hier beiTannetus, am Flusse Casilinus oder Vulturnus , fand er sich ge-genüber Narses, welcher von Rom herabgezogen war.
„Nach einer Schlacht so mörderisch, wie es die des Mariusgegen die Cimbern und Teutonen gewesen war, erlag die Mengefast nackter Barbaren der Kriegskunst der griechischen Veteranen.Sie wurden wie das Vieh niedergehauen, so daß sich kaum fünfdurch die Flucht retteten.“
Narses war der Befreier Italiens geworden.
„Die Vernichtung jener Horden gab ihm mehr Ansprücheauf die Dankbarkeit der Mitwelt, als sein Sieg über die Goten.“
Mit der unermeßlichen Beute der Getöteten, dem Gute Ita-liens beladen, zog das griechische Heer triumphierend in das ge-rettete Rom ein.
Die Straßen der öden Stadt erglänzten von dem allerletztenSiegergepränge, welches die Römer sahen. Der Triumphzug desNarses galt der Bezwingung der germanischen Völker in Italien ,von denen dieses Land wieder frei geworden war; er galt derWiederherstellung der Einheit des römischen Reichs unter demScepter des byzantinischen Kaisers.
Narses wurde für würdig erachtet, auf den Spuren alterrömischer Triumphatoren zum Kapitol emporzuziehen. Aberdieses Kapitol war nur noch eine trümmerhafte Stätte großerErinnerungen. Dem entsprach auch das Aussehen des Senates,