644 Vom Tode des Honjorius bis zu den Langobarden
Der Kaiser Justin rief im Jahre 567 Narses von der italieni-schen Statthalterschaft ab, nachdem derselbe sechzehn Jahre langRector Italiens gewesen war. Man erzählte, er sei aus Rom nachCampanien (Neapel ) entwichen, nachdem er gehört hatte, Lon-ginus sei an seiner Stelle nach Italien abgeschickt worden. Erwagte nicht, nach Constantinopel heimzukehren, oder er trotztedem Befehl, da ihm die Äußerung der Kaiserin bekannt gewordenwar, sie werde den Eunuchen zwingen, im Frauengemach mitden Weibern Wolle zu spinnen. Die Sage erzählt, Narses habeihr geantwortet: er wolle ihr einen solchen Faden anspinnen, daßsie ihr Leben lang daran werde zu entwirren haben.
Die Römer erschreckte der Abgang des erzürnten Statthal-ters nach Neapel , sie fürchteten seine Rache. Der Papst Johannesaber eilte zu ihm, ihn zur Rückkehr zu bewegen. „Was habe ich,heiliger Vater,“ so sagte ihm Narses, „den Römern zu Leidegetan? Ich will gehen und mich zu Füßen dessen werfen, der michgesandt hat, und ganz Italien soll erkennen, wie ich mit allenKräften für dieses Land mich bemühet habe.“
Johannes besänftigte den greisen Statthalter und führte ihnnach Rom zurück. Der Papst nahm Wohnung „auf dem Kiich-hof des heiligen Tiburtius und Valerianus“ wo er blieb, um Bi-schöfe zu weihen.
Narses aber bezog den Caesarenpalast, und daselbst starber nach kurzer Zeit, von Unmut und Kummer hingerafft.
Seine Leiche wurde in einen bleiernen Sarg gelegt, und mitseinen Schätzen nach Constantinopel geführt.